Stand: 11.02.2019 20:37 Uhr

Högel-Prozess: Klinikum stellt Mitarbeiter frei

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Wegen eines mutmaßlich geleisteten Meineides im Prozess gegen Niels Högel verlieren zwei Mitarbeiter des Oldenburger Klinikums ihre Jobs.

Das Klinikum Oldenburg hat am Freitag zwei seiner Mitarbeiter freigestellt. Das berichtet NDR 1 Niedersachsen. Gegen sie und zwei weitere ehemalige Beschäftigte hatte die Staatsanwaltschaft Mitte der Woche ein Verfahren wegen Meineids eingeleitet. Die Klinik-Mitarbeiter hatten im Mordprozess gegen den ehemaligen Krankenpfleger Niels Högel ausgesagt, sich nur lückenhaft an ihre gemeinsame Zeit mit Högel zu erinnern. Der Vorsitzende Richter hatte darauf Zweifel an ihrer Glaubwürdigkeit geäußert.

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Weil sich vier Mitarbeiter des Klinikums Oldenburg im Högel-Prozess ahnungslos gaben, zweifelt die Staatsanwaltschaft an ihren Aussagen und hat ein Verfahren wegen Meineids eingeleitet. Video (02:48 min)

Unterschiedliche Konsequenzen für Mitarbeiter

Während die beiden Mitarbeiter wegen des Meineides von ihrer Arbeit entbunden wurden, werden zwei weitere Mitarbeiter - gegen die die Staatsanwaltschaft ebenfalls ermittelt - weiterbeschäftigt. In ihrem Fall geht es darum, dass sie möglicherweise einen Verdacht gegen Högel hatten, diesem aber nicht nachgegangen seien. Deshalb ermittelt die Anklagebehörde wegen Totschlags durch Unterlassen. Dass sie weiter beschäftigt werden, begründet die Klinikleitung damit, dass sie bis heute keine gesicherten Erkenntnisse habe, was den Personen konkret vorgeworfen werde, heißt es in einer entsprechenden Mitteilung. Bei den des Meineids verdächtigten Mitarbeitern sei das anders. Dort könne man nicht ausschließen, dass sie gegen die Aufforderung des Klinikums verstoßen hätten, an der Aufklärung der Taten mitzuwirken.

Angehörigensprecher begrüßt Entscheidung

Der Sprecher der Angehörigen, Christian Marbach, hatte die Entscheidung des Oldenburger Klinikums, die betreffenden Mitarbeiter freizustellen, zuvor begrüßt. Er halte die Maßnahme für angemessen, so Marbach

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen fünften Mitarbeiter

Die vier Zeugen waren vor ihrer Aussage vereidigt worden. Wer trotz des Eids nicht die Wahrheit sagt, muss mit einer Gefängnisstrafe rechnen. Die Nordwestzeitung hatte berichtet, dass sich unter den vier Zeugen ein leitender Oberarzt und ein stellvertretender Stationsleiter des Klinikums befinden. Gegen einen fünften Mitarbeiter besteht der Verdacht der Falschaussage. Das bestätigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft NDR 1 Niedersachsen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 08.02.2019 | 17:00 Uhr

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