Stand: 29.08.2018 20:30 Uhr

"Ganz schlechter Stil": Lies schimpft auf CDU

Ein neuer Streit in der Großen Koalition ist aufgeflammt. Das Thema: Jagdpachtverträge im Nationalpark Wattenmeer. Umweltminister Olaf Lies (SPD) kritisiert das Agrarministerium, das von Barbara Otte-Kinast (CDU) geführt wird, scharf. Die neuen Pachtverträge seien seinem Haus unbekannt, sagte Lies am Mittwoch. "Dieses eigenmächtige Vorgehen des Landwirtschaftsministeriums ist mir vollkommen unverständlich und ganz schlechter Stil", so der Minister. Otte-Kinast konterte am Abend. "Den Vorwurf des 'schlechten Stils' an unser Haus habe ich mit Überraschung zur Kenntnis genommen", sagte sie. Und weiter: "Eine offenbare Verärgerung über einen Vorgang nicht zunächst im Gespräch mit unserem Haus, sondern direkt öffentlich zu kommunizieren, ist nicht nur ausgesprochen bemerkenswert, sondern zwischen Koalitionspartnern auch nicht nachvollziehbar und mehr als ärgerlich."

Wasservogel am Wattenmeer der Nordsee.

Jagdpacht: Knatsch in der Landesregierung

Hallo Niedersachsen -

Ärger in Niedersachsens GroKo: Umweltminister Lies (SPD) kritisiert das von Otte-Kinast (CDU) geführte Agrarministerium. Streitpunkt sind neue Jagdpachtverträge für das Wattenmeer.

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Stellungnahme vom Agrarministerium soll folgen

Lies sagte weiter: "Wir wollen eine nachhaltige und moderne Naturschutzpolitik und eine rückwärtsgewandte Jagd kann nicht in unserem Sinne sein. Mit dem jetzigen Alleingang konterkariert das Landwirtschaftsministerium den Naturschutz und stellt die bislang gute Zusammenarbeit mit meinem Haus auf eine harte Probe." Auch das wollte Otte-Kinast so nicht stehen lassen. "Den Vorwurf, mit den verlängerten Verträgen den Naturschutz zu konterkarieren, weise ich entschieden zurück", sagte sie. Die auslaufenden Jagdpachtverträge für die Inseln Norderney, Baltrum, Langeoog und Wangerooge sowie Flächen auf dem Festland werden nach Angaben von Umweltverbänden seitens der Domänenverwaltung stillschweigend um weitere neun Jahre verlängert. Naturschützer fordern seit Langem ein Ende der Vogeljagd im Wattenmeer.

Nabu: Hunderte Tiere erschossen

In der Region machen Millionen von Zugvögeln Zwischenstation. Hunderte der Tiere würden von Jägern erschossen oder von abgerichteten Jagdfalken erlegt, sagte Holger Buschmann, Landesvorsitzender des Naturschutzbundes, NDR 1 Niedersachsen. Zudem würden durch die Jagd Tausende Vögel von ihren Rastplätzen vertrieben oder so stark beunruhigt, dass sie fluchtartig das Gebiet verlassen. Nicht einmal die Ruhezonen im Bereich der Inseln seien gänzlich als befriedete Bereiche ausgewiesen, selbst in geschützten Bereichen sei eine zehntägige Jagd auf Wasservögel erlaubt.

Weitere Informationen

Zugvogeltage: Millionen Gäste im Wattenmeer

Derzeit rasten Zugvögel aus ganz Nordeuropa an Niedersachsens Küste. Die Zugvogeltage feiern das Naturschauspiel und laden bis 22. Oktober zu vielen Veranstaltungen ein. (12.10.2017) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 29.08.2018 | 17:00 Uhr

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