Stand: 13.02.2020 20:28 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Feuer in Syke: Indizien für fremdenfeindliche Motive

In Syke (Landkreis Diepholz) haben Unbekannte in der Nacht zu Donnerstag ein italienisches Restaurant, das von einem Bewohner mit Migrationshintergrund betrieben wird, angezündet. Die Polizei spricht von Brandstiftung. Es gebe deutliche Hinweise auf ein fremdenfeindliches Motiv, so eine Polizeisprecherin. Zwei Hakenkreuze seien an die Tür geschmiert worden. Brandexperten hatten das Restaurant nach der Tat mit Spürhunden durchsucht. Zudem ermittelt der Staatsschutz. Das berichtet NDR 1 Niedersachsen.

Suche nach den Tätern bisher erfolglos

Das Feuer wurde offenbar an zwei Stellen gelegt. Spuren wie eine eingeschlagene Scheibe weisen laut Polizei dazu auf einen Einbruch hin. Eine erste Suche nach dem oder den Tätern mit einem Hubschrauber in der Nacht war erfolglos. Ob eine Überwachungskamera eventuell Bilder von den Tätern gemacht habe, wollte eine Sprecherin der Polizei nicht sagen. Die Polizei hat aber eine Ermittlungsgruppe eingerichtet. Außerdem bittet sie mögliche Zeugen, sich zu melden, sollte jemand in der Nacht zu Donnerstag, insbesondere um kurz nach drei Uhr, etwas Verdächtiges beobachtet haben.

Bürgermeisterin tief betroffen

Sykes Bürgermeisterin Suse Laue äußerte sich nach dem mutmaßlichen Brandanschlag betroffen. "Bislang habe es in Syke ein sehr gutes Miteinander und keine fremdenfeindlichen Straftaten gegeben", so Laue. Eine rechtsextreme Szene sei der Polizei sowie der mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus in Niedersachsen bislang nicht bekannt. Allerdings seien wiederholt ultrarechte Propaganda-Aufkleber in der Stadt aufgetaucht. Ein rechtsextrem motivierter Anschlag wäre aber eine neue Dimension. Im Zuge der Tat habe Bürgermeisterin Laue nun vor, auf der für Donnerstagabend geplanten Ratssitzung für ein gemeinsamen Statement gegen Rechts zu werben.

Nebengebäude gerade noch evakuiert

Ein Autofahrer hatte das Feuer bemerkt und die Feuerwehr alarmiert. Laut Polizei wurden sechs Menschen gerade noch rechtzeitig aus ihren Wohnungen in ein Nebengebäude gebracht. Wenig später wäre der Rauch zu stark gewesen, um das Treppenhaus zu benutzen, sagte eine Polizeisprecherin. Insgesamt waren 100 Feuerwehrleute im Einsatz. Verletzt wurde niemand. Der Schaden wird auf 150.000 Euro geschätzt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 13.02.2020 | 17:55 Uhr

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