Einem Angeklagten (r) werden bei Prozessbeginn im Gerichtssaal im Landgericht Oldenburg von einem Justizbeamten die Handschellen abgenommen. © dpa Foto: Mohssen Assanimoghaddam

Falsches Gold verkauft? Beschuldigter bestreitet Betrug

Stand: 03.11.2021 18:23 Uhr

Seit Mittwoch steht ein 27-Jähriger vor dem Landgericht Oldenburg. In diesem zweiten Prozess muss er sich erneut wegen des Verkaufs von unechtem Gold verantworten.

Die Anklage wirft ihm fünf Taten vor: So soll er zwischen April 2020 und Januar 2021 über eine Online-Plattform unechtes Gold angeboten haben, obwohl er bereits aus demselben Grund verurteilt war, wenn zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht rechtskräftig. Beim Prozessauftakt stritt der Mann ab, die Käuferinnen und Käufer vorsätzlich getäuscht zu haben. Er verstehe, dass die Menschen verärgert seien, könne jedoch den Betrugsvorwurf der Staatsanwaltschaft nicht nachvollziehen.

Angeklagter will unechte Barren kenntlich gemacht haben

Er habe durch den englischen Begriff "plated" - also metallüberzogen - stets kenntlich gemacht, dass die Barren nicht vollständig aus Gold seien, sondern nur mit einer Goldschicht überzogen seien, sagte der Angeklagte vor Gericht. Dies sei ein gängiger englischer Ausdruck auch in der deutschen Sprache. "Es kann nicht ernsthafte Aufgabe eines deutschen Gerichts sein, den Verkäufer zu kriminalisieren und leichtfertige Käufer, die sich nicht auskennen, zu schützen", sagte der 27-Jährige. Laut Staatsanwältin hatte er den Käuferinnen und Käufern hingegen vorgegaukelt, dass es sich bei der Ware um Echtgold handelte. Die Stücke seien jedoch praktisch wertlos gewesen.

Mann soll nach erstem Urteil weiter verkauft haben

Dies ist bereits der zweite Prozess gegen den Mann. Das Amtsgericht Jever hatte ihn wegen Betrugs mit gefälschten Goldbarren und Krügerrandmünzen im November 2019 zu drei Jahren Haft verurteilt. Weil das erste Urteil wegen eines Berufungsverfahrens zu jener Zeit noch nicht rechtskräftig war, war der Mann auf freiem Fuß. Als dem Gericht klar wurde, dass der Beschuldigte in dieser Zeit mutmaßlich neue Straftaten beging, erließ es Ende September 2020 einen Haftbefehl.

Zunächst tauchte der Beschuldigte unter, die Ermittlungsbehörden fahndeten nach ihm. Mitte Januar 2021 stellte er sich.

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Blick auf den Lappan, das Wahrzeichen der Stadt Oldenburg. © NDR Foto: Julius Matuschik
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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 03.11.2021 | 15:00 Uhr

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