Stand: 07.04.2019 18:12 Uhr

Erneut Probleme bei Sanierung der "Gorch Fock"

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Die "Gorch Fock wird derzeit in Bremerhaven saniert.

Die Reparaturarbeiten an der in Bremerhaven liegenden "Gorch Fock" kommen nach einem Bericht der "Welt am Sonntag" offenbar nur schleppend voran. Die Zeitung zitiert aus einem internen Schreiben der Experten-Gruppe "Task Force Instandsetzungsvorhaben", die von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) eingesetzt wurde. Darin heißt es, der Arbeitsfortschritt an Bord des Segelschulschiffes sei sehr gering und liege deutlich hinter dem erwarteten Stand zurück. Das Schreiben soll vom 4. April stammen.

Termin am 21. Juni wackelt

Ob die "Gorch Fock" wie geplant bis zum 21. Juni wieder schwimmen kann, erscheint zweifelhaft. Tobias Brinkmann, Generalbevollmächtigter der Elsflether Werft, wollte sich gegenüber dem NDR nicht eindeutig äußern. "Ich sehe das Projekt nicht gefährdet", sagte Brinkmann dem Regionalmagazin Hallo Niedersachsen. Erst Mitte März waren die Arbeiten nach Aufhebung eines Zahlungsstopps wieder aufgenommen worden. Das Verteidigungsministerium hatte die Sanierung des Schiffes im Dezember nach Korruptions- und Untreuevorwürfen und einer Kostenexplosion von zehn auf rund 135 Millionen Euro gestoppt. Die Elsflether Werft hatte daraufhin am 20. Februar ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt.

Strengere Kontrollen und strikte Kostengrenze

In der im März zwischen dem Verteidigungsministerium und der Werft geschlossenen Verpflichtungserklärung wurden strengere Kontrollregeln, mehr Transparenz und eine strikte Kostengrenze vorgesehen. Demnach sollte die "Gorch Fock" zunächst für weitere elf Millionen Euro wieder schwimmfähig gemacht werden. Der Aufsichtsratschef der Werft, Pieter Wasmuth sagte der "Welt am Sonntag", der Terminplan sei knapp, aber man noch sei man im Zeitplan.

Söder spricht sich für Museum aus

CSU-Chef Markus Söder sagte der "Bild am Sonntag", das Schulschiff sei ein Millionengrab. Man sollte daraus lieber ein schwimmendes Museum machen und stattdessen mit dem Geld moderne Ausrüstung wie Flugabwehrsysteme und Transporthubschrauber anschaffen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Hallo Niedersachsen | 07.04.2019 | 19:30 Uhr

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