Stand: 21.12.2018 18:13 Uhr

Drei Bewohner auf Spiekeroog dürfen Böller werfen

Spiekeroog steht bei Urlaubern für Ruhe und Erholung. Es gibt keine Autos, keine Flugzeuge - und nicht einmal Feuerwerk und Böller zu Silvester. Doch Letzteres geht einigen Bewohnern der ostfriesischen Insel zu weit. Im vergangenen Jahr hatte bereits ein Insulaner gegen das Böllerverbot der Gemeinde geklagt - und vom Verwaltungsgericht Oldenburg Recht bekommen. In diesem Jahr hat er zwei Mitstreiter und diese dürfen nun ebenfalls in ihrem Garten böllern.

Gericht: Kein Verbot für Privatgrundstücke

Die Gemeinde dürfe kein Böllerverbot für private Grundstücke erlassen, begründet das Verwaltungsgericht seine Entscheidung. Die Gemeinde Spiekeroog verbietet seit Jahren das Silvester-Feuerwerk auf der Insel und beruft sich auf ihre Lärmschutzverordnung. Die greife hier nicht, sagt dagegen ein Gerichtssprecher. Dasselbe gelte für das deutsche Sprengstoffgesetz, demzufolge Behörden Feuerwerk nahe Kirchen beziehungsweise leicht brennbaren Gebäuden verbieten können. Das sei bei den drei Insulanern nicht der Fall, so der Sprecher weiter.

Gemeinde ruft nächsthöhere Instanz an

Bürgermeister Matthias Piszczan (CDU) ist damit nicht einverstanden. Die inseltypischen Holzveranden an den Häusern könnten sehr wohl Schaden nehmen durch Feuerwerk, argumentiert er. Zudem sei der Ortskern sehr dicht bebaut. Die Gemeinde werde nun beim Oberverwaltungsgericht in Lüneburg Beschwerde einlegen, um doch noch ein Verbot durchzusetzen, so Piszczan.

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Nach und nach verbannen niedersächsische Städte das Silvester-Feuerwerk aus der City. Auch in Hannover darf erstmals nicht geböllert werden. Wo es noch Verbote gibt - ein Überblick. (20.12.2018) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 21.12.2018 | 17:00 Uhr

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