Stand: 22.09.2019 19:34 Uhr

Die "Seute Deern" schwimmt wieder

Wieder oben auf: Am Sonntag gelang es in Bremerhaven im zweiten Versuch, das auf den Hafengrund abgesackte Segelschiff "Seute Deern" zu bergen. Die Wende brachten in der Nacht vom Technischen Hilfswerk (THW) gelieferte Pumpen, mit denen die gesamte Pumpleistung auf 8.000 Kubikmeter pro Stunde vervierfacht werden konnte, sagte Projektleiter Lars Kröger am Sonntag. Das Schiff schwimme wieder in der richtigen Höhe und der richtigen Lage. Ein Gutachter habe sich an Bord bereits einen ersten Überblick verschafft. Offen ist, ob der 100 Jahre alte Dreimaster aber schon dauerhaft gerettet ist. Das Schiff ist insgesamt in einem schlechten Zustand.

Die "Seute Deern" hat wieder Auftrieb

Pumpleistung reicht zunächst nicht

Ein erster Versuch war am Sonnabend gescheitert, weil mehr Wasser in das Schiff eindrang, als durch die Pumpen hinaus befördert werden konnte. Es habe zunächst gut ausgesehen, doch sei das Schiff bei der Bergungsaktion schließlich wieder abgesackt, sagte eine Sprecherin des Deutschen Schifffahrtsmuseums.

20 Luftsäcke sollen Rumpf stabilisieren

Am Sonnabendnachmittag war damit begonnen worden, das Wasser vorsichtig aus dem Rumpf des Schiffes abzupumpen. Taucher hatten zuvor Kanäle unter das Schiff gespült und dort Leinen durchgeschoben, damit daran 20 Luftsäcke befestigt werden können, die das Schiff beim Heben stabil halten sollen.

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"Seute Deern": Erster Bergungsversuch scheitert

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Generationen haben auf der "Seute Deern" gespeist und getanzt. 50 Jahre lang lag der Segler im Museumshafen Bremerhaven - bis er auf den Grund sank. Der erste Bergungsversuch scheiterte nun. Video (02:45 min)

Rettung des Schiffes noch unklar

Nach dem Manöver soll ein Gutachter prüfen, ob das Schiff überhaupt noch zu retten ist und wie viel das kosten würde. Eigentlich soll die Bark, die als Wahrzeichen Bremerhavens gilt und vor dem Absacken als Restaurant genutzt wurde, saniert werden. Dafür haben der Bund, das Bundesland Bremen und die Stadt Bremerhaven 30 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Für die Hebung musste kurzfristig eine weitere Million Euro aufgetrieben werden. Es ist jedoch auch nicht ausgeschlossen, dass die "Seute Deern" abgewrackt werden muss.

Vorbereitungen für Bergung dauerten länger

Ursprünglich hatte der Dreimaster bereits am Donnerstag mithilfe der Luftsäcke geborgen werden sollen. Die Vorbereitungen für dieses Manöver dauerten aber länger als geplant. Die "Seute Deern" war Ende August nach einem Wassereinbruch gesunken. Das Schiff liegt seit mehr als 50 Jahren im Museumshafen.

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Kran soll gesunkene "Seute Deern" erleichtern

Im Bremerhavener Museumshafen hat ein Kran mit vorbereitenden Arbeiten begonnen, um das gesunkene Museumsschiff "Seute Deern" zu heben. Die Bergung wird wohl bis Ende September dauern. (07.09.2019) mehr

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Hallo Niedersachsen | 22.09.2019 | 19:30 Uhr

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