Deiche in Niedersachsen sollen um einen Meter erhöht werden

Stand: 29.06.2021 15:00 Uhr

Um sich für einen steigenden Meeresspiegel zu wappnen, sollen in Niedersachsen langfristig die Deiche aufgestockt werden. Das hat Umweltminister Olaf Lies (SPD) am Dienstag angekündigt.

Es gelte sich nun den Folgen des Klimawandels zu stellen, sagte Lies bei der Vorstellung des Jahresberichts des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Die insgesamt 1.301 Kilometer langen Deiche in Niedersachsen müssten um einen Meter - statt wie bisher geplant 50 Zentimeter - erhöht werden. Dafür seien künftig 100 Millionen Euro jährlich nötig, so Lies.

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Mehr Geld für Küstenschutz gefordert

Die geplante Erhöhung soll für die nächsten 100 Jahre ausreichend Sicherheit und Reaktionszeit für Anpassungen geben. Aktuell sind die niedersächsische Deiche an der Küste zwischen acht und zehn Metern hoch. Lies appellierte an den Bund, mehr Geld für den Küstenschutz bereitzustellen. In den vergangenen beiden Jahren wurden rund 125 Millionen Euro dafür in Niedersachsen investiert.

Lies pocht auf effizienteres Wassermanagement

Eine zentrale Rolle werde künftig auch das Wassermanagement spielen, um der Trockenheit in den häufigeren heißen Sommern zu begegnen, sagte Lies. Bisher sei alles auf Entwässerung ausgerichtet. Überflüssiges Wasser, etwa nach Starkregen, werde derzeit noch in die Nordsee abgeleitet. Nun gehe es darum, Wasser im Grundwasser für Trockenzeiten zu speichern. "Wir haben nicht zu wenig Wasser. Aber wir haben ein Verteilungsproblem", so der Minister.

Moore spielen zentrale Rolle für CO2-Bilanz

Extrem wichtig sind laut Lies für den Klimaschutz auch die CO2-speichernden Moore. Obwohl sie nur drei Prozent der Erdoberfläche bedeckten, speicherten sie weltweit doppelt so viele Treibhausgase wie alle Wälder der Erde zusammen. 38 Prozent der deutschen Moore liegen in Niedersachsen. Aufgrund von Torfabbau und Entwässerungen entweichen aus diesen Flächen allerdings jährlich rund 10,6 Millionen Tonnen CO2. "Das entspricht etwa elf Prozent der gesamten niedersächsischen Treibhausbilanz", so Lies.  Es sei daher eine der wichtigsten Aufgaben des NLWKN, die Moore wieder zu vernässen, damit sie CO2 speichern können.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 29.06.2021 | 13:30 Uhr

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