Stand: 15.09.2020 21:10 Uhr

Molzen will nicht bolzen: 0:37-Niederlage wegen Corona

Ein Fußball fliegt ins Tor. © panthermedia Foto: Tobias Eble
Da die Spieler der SG Ripdorf/Molzen II ihre Gegner nicht angriffen, landete der Ball gleich 37 Mal im Tor. (Symbolbild)

Keine oder kaum Zuschauer, infizierte Spieler, verschobene Partien: Die Corona-Pandemie hat massive Auswirkungen auf den Fußball. Das betrifft allerdings nicht nur die Profi-Kicker, sondern auch die Amateure. Nachdem in Löningen beinahe eine komplette Mannschaft positiv getestet wurde, hat das Virus jetzt in der 3. Kreisklasse in Uelzen für ein denkwürdiges Ergebnis gesorgt. Dort verlor die SG Ripdorf/Molzen II gegen den SV Holdenstedt II mit 0:37 - und zwar absichtlich.

Mannschaft hält Abstand aus Angst vor Ansteckung

Klar, das Torverhältnis sei nun im Eimer, sagte Ripdorfs zweiter Vorsitzender Patrick Ristow NDR 1 Niedersachsen. Er und Trainer Florian Bachmann waren aber trotzdem zufrieden, denn die Spieler hielten sich perfekt an das, worauf es in diesem Spiel ankam - Abstand halten. Die Mannschaft hatte nämlich Sorge, dass sie sich bei der Partie gegen die Holdenstedter mit dem Coronavirus infizieren könnte. Der Gegner habe Kontakt zu einem Corona-Infizierten gehabt, so Ristow. Zwar seien alle Spieler des Gegners negativ getestet worden, da aber noch keine 14 Tage vergangen waren, habe sein Team lieber auf Nummer sicher gehen wollen.

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Kritik am Niedersächsischen Fußballverband

Die Anfrage, das Spiel vorsichtshalber abzusagen, habe der Gegner abgelehnt. Also schossen die Holdenstedter ein Tor nach dem anderen, während die sieben Spieler der SG an der Seitenlinie zum Teil Däumchen drehten. Aufgelaufen sei die Rumpfmannschaft nur, weil man keine Strafe wegen Nichtantreten kassieren wollte, sagte Trainer Bachmann. Er kritisierte, dass sich der Niedersächsische Fußballverband in diesen Zeiten diesbezüglich nicht kulanter zeige.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 15.09.2020 | 12:00 Uhr

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