Stand: 30.10.2019 20:00 Uhr

Tiere in Versuchsanstalt misshandelt?

Blutende Hunde, fixierte Affen und schmerzverzerrte Gesichter: Bilder mit diesen Motiven sollen Tiere in der Versuchsanstalt des "Laboratory of Pharmacology and Toxicology" (LPT) im Landkreis Harburg zeigen. Vier Monate hatte ein Mitglied des Vereins Soko Tierschutz undercover als Tierpfleger in dem Labor gearbeitet. In dem Tierversuchslabor sollen demnach unter anderem zahlreiche Affen, Hunde und Katzen misshandelt worden sein. Darüber hatten zuerst die "Süddeutsche Zeitung" und das ARD-Magazin FAKT berichtet.

Tierschützer: Tiere werden unnötigem Leid ausgesetzt

Der Tierschutzverein erhebt mehrere Vorwürfe. Zum einen klagt er mutmaßliche Gesetzesverstöße an: Die Käfige seien zum Teil zu klein, außerdem hätten die Tiere kein Spielzeug, mit dem sie sich beschäftigen könnten. Zudem seien Hunde zu sehen, die offensichtlich bereits Vergiftungserscheinungen zeigen, da sie aus dem After bluten, die aber nicht von ihrem Leid erlöst werden. Der Verein hat dies nach eigenen Angaben bei der Staatsanwaltschaft Stade angezeigt. Bei jedem Antrag auf Tierversuche müssen die Betreiber Abbruch-Kriterien festlegen; unnötiges Leid muss vermieden werden. Zum anderen sagt Soko Tierschutz, dass in der Versuchsanstalt Tiere gequält würden, ohne dass dies einen relevanten wissenschaftlichen Nutzen habe.

 

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Behörden prüfen Foto- und Video-Aufnahmen

Kontrollen in dem Labor sind Aufgabe des Veterinäramts des Landkreises Harburg. Dort ist man nach NDR Informationen derzeit im Gespräch mit dem Landesamt für Verbraucherschutz, das für die Genehmigungen solcher Versuche zuständig ist. Das Veterinäramt habe in den vergangenen Jahren regelmäßig, auch unangekündigt, Kontrollen durchgeführt, sagte ein Sprecher dem NDR. Kleinere Verstöße seien beanstandet worden. Die schweren Vorwürfe, die die Bilder und Videoaufnahmen von Soko Tierschutz zeigen sollen, seien dem Amt nicht bekannt gewesen. Das Material liege vor, die Vorwürfe würden geprüft. LPT hat Anfragen des NDR bislang nicht beantwortet.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 14.10.2019 | 17:00 Uhr

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