Stand: 20.02.2020 15:50 Uhr

Rechtsextreme zieht es verstärkt in die Heide

Menschen mit rechtem Hintergrund lassen sich schon seit Längerem gerne im Nordosten Niedersachsens nieder. In jüngerer Zeit zieht es Rechtsextreme offenbar verstärkt in diese Gegend. Das beobachtet die "Mobile Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus - für Demokratie" in Niedersachsen: In den vergangenen eineinhalb Jahren hat der Verein nach eigenen Angaben einen deutlichen Zuzug im Landkreis Uelzen, im südlichen Landkreis Lüneburg und auch im Wendland registriert.

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Gefährliche Ideologie: Völkisches Netzwerk im Norden

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Den Behörden nicht unbedingt bekannt

Die Wege sind mitunter lang - und die Immobilien vergleichsweise günstig. Die Lüneburger Heide sei zum Teil strukturschwach - und gerade das mache sie für Personen mit einem rechten Hintergrund attraktiv, sagt Ruben Obenhaus von der Beratungsstelle gegen rechts in Nordostniedersachsen. Das berichtet NDR 1 Niedersachsen. Konkrete Zahlen nennt er nicht. Das große Problem aus seiner Sicht: Die Rechten organisierten sich zwar vor Ort, träten aber nicht unbedingt in Erscheinung. Auch das mutmaßliche Terrornetzwerk-Mitglied Tony E. aus Wriedel im Landkreis Uelzen soll den Behörden zuvor nicht bekannt gewesen sein.

Bürgermeister: Völkische Siedler beobachten

Bad Bevensens Samtgemeindebürgermeister Martin Feller (Grüne) findet den Fall E. nach eigenen Angaben nicht überraschend: Die Region gelte als Rückzugsort für völkische Siedler und Menschen mit rechter Gesinnung. Feller fordert, dass Geheimdienste und Polizei in die Lage versetzt werden, diese Menschen zu beobachten. Der niedersächsische Verfassungsschutz wollte sich am Donnerstag nicht zu dem Thema äußern.

In der Region formiert sich derweil Protest: Im Landkreis Uelzen wendet sich die "Gruppe beherzt" mit "Kreuzen ohne Haken" auf den Grundstücken der Mitglieder gegen die völkischen Siedler.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 20.02.2020 | 14:30 Uhr

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