Stand: 13.11.2019 10:32 Uhr

Mienenbüttel: Tierversuchslabor schließt 2020

Das in die Kritik geratene Tierversuchslabor Laboratory of Pharmacology and Toxicology (LPT) im Neu Wulmstorfer Ortsteil Mienenbüttel (Landkreis Harburg) wird geschlossen. Das geht aus einem internen Schreiben hervor, das dem NDR vorliegt. Danach ist mit der zuständigen Behörde vereinbart worden, dass die Tests mit Hunden, Katzen und Affen beendet werden. Zu Ende geführt wird allerdings noch eine Studie für die Firma Merck. Als Termin für die Schließung nennt das Unternehmen den 29. Februar 2020.

Die Staatsanwaltschaft Stade ermittelt

Gegen die LPT werden seit Wochen schwere Vorwürfe erhoben: Affen, Hunde und Katze sollen hier falsch gehalten und misshandelt worden sein. Aufgedeckt wurden die vermeintlichen Missstände durch Mitarbeiter einer Tierschutzorganisation, die sich in das Labor eingeschleust hatten. Anschließend hatten die Tierrechtler entsprechendes Videomaterial veröffentlicht. Das Veterinäramt des Landkreises hat daraufhin das Labor genauer unter die Lupe genommen und Beweise gesammelt. Die Staatsanwaltschaft Stade ermittelt.

Das Labor in Mienenbüttel ist eines von drei Einrichtungen, die die LPT in Deutschland betreibt. Die beiden anderen Labore befinden sich in Neugraben (Hamburg) und Löhndorf (Schleswig-Holstein). Am vergangenen Freitag waren bereits 76 Affen des Labors einem niederländischen Tierhändler übergeben worden.

Großdemo gegen Tierversuche am 16. November

Die umgehende Schließung aller LPT-Labore fordern Tierschutzorganisationen wie die "SOKO Tierschutz", "Cruelty Free International", der Hamburger Tierschutzverein und ein Bündnis, dem sich auch zahlreiche Tierschutzvereine des Deutschen Tierschutzbundes angeschlossen haben. Die Tierschützer verlangen zudem die Übergabe der verbliebenen Tiere. "Es gibt für jedes Tier einen Platz. Die Zivilbevölkerung wird nicht zulassen, dass diese Tiere, die im LPT teilweise seit vielen Jahren leiden, verschachert oder getötet werden", so Friedrich Mülln von der "SOKO Tierschutz". Für den 16. November hat das Aktionsbündnis gegen Tierversuche zu einer Großdemo in Hamburg aufgerufen.


13.11.2019 10:32 Uhr

In einer vorangegangenen Version dieses Artikels hatten wir von einer "großen Affenstudie" der Firma Merck berichtet. Dies war eine Information des Vereins "SOKO Tierschutz". Die Firma Merck widerspricht dem. Es handele sich bei der Studie nicht um eine Primatenstudie, wie das Unternehmen mitteilte.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 11.11.2019 | 17:00 Uhr

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