Ein Handy mit der geöffneten Corona Warn-App wird in einem Bahnhof in die Luft gehalten. © dpa picture alliance Foto: Michael Weber

Kostenlose Corona-Tests: Es hakt bei der Digitalisierung

Stand: 29.07.2021 19:07 Uhr

Ab Sonntag, 1. August, sollen die Ergebnisse von Corona-Tests direkt in die Corona-Warn-App übertragen werden. Doch in Teilen Niedersachsens hakt es bei der IT-Infrastruktur.

Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) hat nun signalisiert, dass es für die Betreibenden eine Übergangsphase geben werde. Testzentren müssten - anders als zunächst von einigen Betreibenden befürchtet - nicht schließen. Der Streit über die Digitalisierung der Testergebnisse kommt zu einer schlechten Zeit: Der Landkreis Lüneburg zum Beispiel kämpft seit Tagen mit Inzidenzwerten über 50. Auch andernorts steigen die Zahlen. In einigen Bereichen des öffentlichen Lebens werden die kostenlosen Bürgertests als Schutzmaßnahme wieder wichtiger. 

Telekom mit hoher Nachfrage konfrontiert

Doch in vielen Testzentren unter anderem in den Landkreisen Lüneburg und Harburg ist die neue Software zur Anbindung an die Corona-Warn-App noch nicht angekommen. Stichproben-Abfragen des NDR haben ergeben, dass diese auch in anderen Regionen Niedersachsens noch fehlt. Die Telekom schafft es derzeit nicht, die Zugänge flächendeckend bereitzustellen. Als Grund gibt das Unternehmen an, dass derzeit mehr als 10.000 Anfragen abzuarbeiten seien. Das liege daran, dass im Grunde jedes Testzentrum in Deutschland, das bisher auf Papier gearbeitet hat, umgestellt werden müsse, sagte ein Telekom-Sprecher. Für die Betreiberinnen und Betreiber der Testzentren bedeutet dies im weiteren Verlauf, dass sie Helferinnen und Helfer in den Programmen schulen müssen. Für die drei großen Wohlfahrtsverbände, Deutsches Rotes Kreuz (DRK), Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) und Johanniter, die viele Testzentren betreiben, sei dies kurzfristig nicht machbar, selbst wenn die Software noch rechtzeitig ankäme, hieß es.

Übergangsfrist für die, die rechtzeitig Anträge gestellt haben

Das Problem: Der Bund hatte angedroht, die für Bürgerinnen und Bürger kostenlosen Corona-Tests nicht weiter zu finanzieren, wenn die Testergebnisse nach dem 1. August nicht digital ausgestellt würden. Daher befürchteten Betreibende, ihre Zentren gegebenenfalls schließen zu müssen. Die Übergangsfrist der KVN soll nun für alle Betreibenden von Testzentren gelten, die ihre Anträge an die Telekom fristgerecht eingereicht haben. Bis wann die Telekom alle Testzentren auf die digitale Verarbeitung umgestellt hat, konnte der Unternehmenssprecher nicht sagen.  

Geduld bei der Umstellung gefragt

Die Testzentren müssen nun weiter arbeiten und parallel die Digitalisierungs-Strukturen aufbauen. Die Betreibenden bitten während der Umstellung um Geduld. Die Abläufe könnten hier und dort mal haken, heißt es zum Beispiel von ASB und DRK in Lüneburg. Bürgerinnen und Bürger, die kein Smartphone benutzen, sollen übrigens auch zukünftig ihre Corona-Testergebnis auf einem Zettel ausgedruckt bekommen.

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Hallo Niedersachsen | 29.07.2021 | 19:30 Uhr

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