Stand: 25.06.2018 21:59 Uhr

Kollabierte Soldaten: Ermittlungen gegen Ausbilder

Die Staatsanwaltschaft Lüneburg ermittelt im Fall der im vergangenen Juli in Munster kollabierten Soldaten gegen zwei Ausbilder wegen fahrlässiger Körperverletzung in mehreren Fällen. Das teilte ein Sprecher gegenüber NDR 1 Niedersachsen mit. Bei einem Übungsmarsch hatten damals vier Offiziersanwärter einen Hitzeschlag erlitten, zwei weitere waren nach Informationen der Bundeswehr zeitweise nicht ansprechbar. Einer der Soldaten starb zehn Tage später im Krankenhaus. Bisher hatte die Staatsanwaltschaft lediglich gegen Unbekannt ermittelt. Mittlerweile habe aber die Prüfung aller Umstände den Anfangsverdacht gegen zwei Ausbilder ergeben, hieß es.

Verdacht der fahrlässigen Tötung wird nicht verfolgt

Der Tod des 21-jährigen Offiziersanwärters sei für seine Ausbilder in Munster jedoch nicht vorhersehbar gewesen, deshalb werde auch nicht der Verdacht der fahrlässigen Tötung verfolgt, so die Staatsanwaltschaft. Der "Spiegel" hatte bereits im März berichtet, dass der Staatsanwaltschaft ein Gutachten des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) vorliege. Darin hätten die Experten bilanziert, dass der Tod des Soldaten wie auch die Hitzeschläge weiterer Kameraden vermeidbar gewesen wären, wenn die Ausbilder ihre Fürsorgepflicht ernst genommen und sich an die Regeln der Bundeswehr gehalten hätten. Konkret sei es um die falsche Kleidung und das Verhalten der Gruppe beim Zusammenbrechen des ersten Soldaten gegangen.

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Konsequenzen nach Soldaten-Tod - aber welche?

Nach dem Tod eines Soldaten in Munster räumt die Bundeswehr Fehler ein. Der Bundestags-Wehrbeauftragte Bartels spricht von "schikanösen Tendenzen". Offen ist die Frage nach Konsequenzen. (01.09.2017) mehr

Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 | 25.06.2018 | 18:00 Uhr

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