Stand: 30.03.2020 10:52 Uhr

Grundrechte-Aussetzung besorgt Gedenkstätten-Chef

Jens-Christian Wagner, Geschäftsführer der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten, spricht bei einem Pressegespräch. © picture alliance/Swen Pförtner/dpa Foto: Swen Pförtner
Jens-Christian Wagner, Leiter der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten, erinnert an die Zeit Anfang der 30er-Jahre, als die Grundrechte auch eingeschränkt wurden. (Archivbild)

Das Aussetzen von Freiheits- und Persönlichkeitsrechten zur Eindämmung der Corona-Pandemie besorgt den Leiter der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten, Jens-Christian Wagner. Die Maßnahmen seien angesichts der Gefahren durch eine Ausbreitung des Virus sicher berechtigt, sagte er der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". Was ihn aber erstaunt habe und mit Sorge erfülle, sei die Tatsache, "wie schnell und wie weitgehend ohne Diskussion der vorübergehende Entzug von Freiheitsrechten gelaufen ist". Er hoffe, dass die Freiheiten schnell wiederhergestellt würden, sagte Wagner der Zeitung. Bereits Anfang der 30er Jahre seien die Grundrechte in Deutschland wegen der Weltwirtschaftskrise eingeschränkt worden. Dieses Instrument hätten die Nationalsozialisten nach ihrer Machtübernahme genutzt, sagte Wagner. "Da starb die Demokratie binnen weniger Wochen." Dies sei ein mahnendes Beispiel. Er sei froh gewesen, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel klar formuliert habe, dass die aktuellen Maßnahmen eine Ausnahme bleiben sollten.

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NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 30.03.2020 | 13:30 Uhr

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