Stand: 19.12.2018 20:45 Uhr

"Göhrde-Morde": Viele Fragen - auch ein Jahr später

Fast genau ein Jahr ist es her, dass eine Schlagzeile aus Lüneburg für Aufsehen sorgte. "Göhrde-Morde aufgeklärt", hieß es kurz nach Weihnachten 2017. Die Polizei verkündete, dass Kurt-Werner Wichmann, ehemaliger Friedhofsgärtner, mit hoher Wahrscheinlichkeit im Jahr 1989 zwei Liebespaare im Waldstück Göhrde östlich von der Hansestadt ermordet haben soll. Wichmann nahm sich 1993 das Leben. Auch deshalb sind immer noch viele Fragen offen - etwa, ob der Mann für noch weit mehr Taten verantwortlich sein könnte. Zusätzlich zu den beiden Paaren in der Göhrde ermordete Wichmann 1989 aller Wahrscheinlichkeit nach auch die Unternehmergattin Birgt M.

Videos
03:16
Hallo Niedersachsen

Neue Beweise im Fall der "Göhrde-Morde"?

18.10.2018 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen

Im Fall der "Göhrde-Morde" sind offenbar neue Beweise aufgetaucht. In einem Koffer wurden Schusswaffen und der Führerschein des mutmaßlichen Serienmörders gefunden. Video (03:16 min)

"Kann nicht sagen, wie groß Puzzle wird"

Die Knochen der Frau waren in Wichmanns früherem Haus vergraben. Die Polizei nahm das Grundstück zweieinhalb Wochen unter die Lupe und sicherte nach eigenen Angaben mehr als 400 Spuren. Mehr als die Hälfte davon wurde ans Landeskriminalamt geschickt. Für die sechsköpfige Ermittlungsgruppe sei der Fall Wichmann wie ein Puzzle, sagt Matthias Fossenberger von der Polizeidirektion Lüneburg. "Bei diesem Puzzle sind auch Teile dabei, die wahrscheinlich nicht dazugehören. Die müssen wir aussortieren", so Fossenberger. Man könne gar nicht sagen, wie groß das Gesamtbild am Ende werde.

Neue Beweise im Oktober 2018

Im Oktober 2018 tauchten dann offenbar neue Beweisstücke auf. Wie die Polizeidirektion Lüneburg NDR 1 Niedersachsen bestätigte, handelte es sich dabei um zwei Schusswaffen, Munition und einen Führerschein, der am 5. Februar 1976 in Karlsruhe auf den mutmaßlichen Mörder Kurt-Werner Wichmann ausgestellt worden ist. Die "Lüneburger Landeszeitung" hatte zuvor berichtet, dass ein Gebrauchtwagenhändler die Gegenstände in einem Koffer Anfang der Woche der Redaktion präsentiert habe. Der Mann habe angegeben, den Koffer für einen Bekannten Wichmanns über Jahre in einem Gebäude in einem Industriegebiet verwahrt zu haben.

LKA prüft mögliche Beweismittel

Bei dem Bekannten handele es sich um den Anfang 2017 verstorbenen Hans Rudloff, der nach dem Tod von Wichmann im Jahr 1993 mit dessen Frau liiert war und in Wichmanns Haus lebte. Es sei noch unklar, ob die Fundstücke mit den Morden in Zusammenhang gebracht werden können, die Wichmann zur Last gelegt werden. "Wir prüfen, ob ein Bezug zu möglichen Verdächtigen besteht beziehungsweise, ob es sich um tatrelevante Gegenstände handelt", sagte ein Sprecher der Polizeidirektion Lüneburg im Oktober. "Die Waffen werden vom Landeskriminalamt weiter untersucht - etwa, ob damit scharf geschossen werden kann."

Warum dauert es so lange?

Diese Prüfung scheint zu dauern, denn ein Ergebnis liegt bislang nicht vor. Ein Erklärungsversuch: "Es ist so, dass man bei diesen Fällen sehr gewissenhaft arbeitet und vielleicht nicht diesen Zeitdruck hat, den man in einem aktuellen Verfahren hätte. Insofern schaut man sich alles ganz bewusst an und arbeitet das solide ab. Beim Landeskriminalamt wird es ähnlich sein", vermutet Fossenberger von der Polizeidirektion Lüneburg.

Weitere Informationen
02:30
Hallo Niedersachsen

Hat der "Göhrde-Mörder" weitere Taten verübt?

10.09.2018 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen

Bisher wurden dem sogenannten Göhrde-Mörder Kurt-Werner Wichmann fünf Morde zugeschrieben. Doch nun prüft die Polizei mögliche Täterschaften in 100 weiteren Fällen. Video (02:30 min)

Wo gibt es Parallelen zu den "Göhrde-Morden"?

Auf das Konto des mutmaßlichen "Göhrde-Mörders" gehen vermutlich noch zahlreiche weitere Taten. Bundesweit sollen Polizisten in alten Fällen nach Parallelen suchen. (15.06.2018) mehr

"Göhrde-Morde": 400 Fundstücke sichergestellt

Der mutmaßliche "Göhrde-Mörder" aus Lüneburg könnte Dutzende Menschen getötet haben. Die Polizei hat sein früheres Grundstück komplett durchforstet und 400 Gegenstände sichergestellt. (20.04.2018) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 19.12.2018 | 18:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

03:49
Hallo Niedersachsen

Kommt der Ausstieg aus der ambulanten Pflege?

18.03.2019 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen
03:24
Hallo Niedersachsen

"Kleine Raupe Nimmersatt" feiert 50. Geburtstag

18.03.2019 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen
00:44
Hallo Niedersachsen

Förderung für E-Auto-Batterien: VW bewirbt sich

18.03.2019 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen