Stand: 30.12.2017 08:00 Uhr

Wolf "Kurti" bleibt auf Wanderschaft

"Kurti" bleibt auf Wanderschaft. Der Wolf, der wegen seines auffälligen Verhaltens im April 2016 im Heidekreis abgeschossen wurde, sorgt nach seinem Ableben weiter für Aufsehen - in niedersächsischen Museen: Nach einem erfolgreichen Auftakt in Hannover von Mai bis Oktober ist die Ausstellung "Der Wolf. Ein Wildtier kehrt zurück" samt dem präparierten Wolfsrüden MT6 alias "Kurti" noch bis Mitte Februar im Museum Lüneburg zu sehen. Damit nicht genug: Das Moormuseum Emsland zeigt die Ausstellung im Frühjahr, ab Sommer gastiert sie in Cuxhaven.

Ausgestopft bleibt "Kurti" dem Land erhalten

Debatte um Wolf spaltet das Land

Viel spricht dafür, dass für "Kurti" und Co. die Reise dann weitergeht. Beim Landesmuseum Hannover, das die Schau in Zusammenarbeit mit dem Wolfsbüro des Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) organisiert hat, liegen weitere Anfragen vor. Die Schau-Verantwortlichen freuen sich über den Erfolg, wissen aber auch um die Gründe. Als "richtiges Thema zum richtigen Zeitpunkt" beschreibt Sprecher Dennis von Wildenradt einen Grund für die Anziehungskraf der Ausstellung. Und das dürfte auch weiter gelten: Der Wolf, seine Wiederansiedlung und die daraus entstehenden Folgen beschäftigen die Menschen in Niedersachsen weiterhin. Ist die Wiederansiedlung des Wolfs eine gute Nachricht oder ist sie vielmehr höchst beunruhigend? Was ist zu tun gegen Nutztierrisse, die wiederholt auftauchen? Besteht Gefahr für den Menschen? Fragen wie diese spalten die Gemüter, sorgen für emotionale Debatten - auch bei NDR.de.

Zugespitzte Situation im Landkreis Cuxhaven

Beispielhaft ist die Situation im Landkreis Cuxhaven: 24 gerissene Rinder und mehr als 100 getötete Schafe machen die Region zu einem besonderen Brennpunkt für das Wolfsmanagement des Umweltministeriums. Verantwortlich dafür sollen fünf elternlose Jungtiere sein. Der zuständige Wolfsberater attestiert ihnen ein abnormales Jagdverhalten - und fordert ihren Abschuss. In mindestens einem Fall ist dies auch erfolgt - auf illegale Weise: Im Landkreis Ammerland wird im Oktober einerschossener Wolf gefunden. Laut DNA-Analyse stammt er aus dem Rudel bei Cuxhaven.

Diskussionen in der Politik

Die Landespolitik diskutiert wiederholt über die Wolfsproblematik: Ein großer Wurf ist allerdings nicht in Sicht. Vor der Neuwahl in Niedersachsen hatte sich etwa die CDU für den möglichen Abschuss von Wölfen eingesetzt. In der Koalitionsgesprächen mit der SPD, die dies nur in absoluten Ausnahmefällen erlauben wollte, setzten sich die Unterhändler der Union allerdings nicht durch. Beide Regierungsparteien einigten sich darauf, dass Weidetierhalter im Fall von Wolfsrissen schneller entschädigtwerden sollen - und gegen eine Ansiedlung von Wölfen in Küstenschutzbereichen.

Chronologie: Wölfe in Niedersachsen (ab 2015)

Weitere Informationen

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Ausgestopft bleibt "Kurti" dem Land erhalten

Mit Skalpell, Hobel, Maßband und viel Geduld baut Präparator Christophe Houlgatte aus dem Fell von Wolf "Kurti" in ein lebensechtes Modell. Gezeigt wird es im Landesmuseum Hannover. (25.04.2017) Bildergalerie

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Erster Wolfsabschuss: "Kurti" kam Menschen zu nahe

Der Wolf MT6, auch "Kurti" genannt, ist im April 2016 getötet worden. Zuletzt sorgte der Problemwolf immer wieder für Diskussionen, weil er den Menschen zu nahe kam. (28.04.2016) Bildergalerie

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 25.04.2017 | 15:00 Uhr

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