Stand: 06.07.2018 16:35 Uhr

Unfallserie auf A2: Kritik am Baustellenkonzept

"Wir machen die A2 sicherer". Mit diesem Slogan hat das niedersächsische Verkehrsministerium vor wenigen Wochen für ein neues Baustellenkonzept auf der viel befahrenen Autobahn geworben. Schon damals gab es Kritik vom ADAC. Nach mehreren Unfällen auf der A2 bei Hannover mit Toten und Verletzten in den vergangenen Tagen hat der Verkehrsclub seine Kritik erneuert. Zwar sei nicht jeder der folgenschweren Unfälle in einer Baustelle gewesen, Baustellen seien aber die Hauptursache für Unfälle, sagte ADAC-Sprecherin Anne Heinrich. Sie fordert, dass weniger Baustellen gleichzeitig eingerichtet werden sowie eine Reduzierung der Bauzeit. "Dazu sollte man möglichst alle Zeiten ausnutzen, also auch nachts arbeiten und in mehreren Schichten", sagte Heinrich dem NDR.

Ein LKW Unfall auf der Autobahn.

Immer wieder Unfälle auf der A2

NDR//Aktuell -

Auf der Autobahn 2 kracht es fast wöchentlich. Durch besseres Management der Baustellen sollte sich die Lage eigentlich verbessern. Der ADAC fordert mehr Anstrengungen.

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Konzept greift seit mehreren Wochen

Das Verkehrsministerium hatte das neue Konzept Ende Mai vorgestellt. Die bereits seit mehreren Monaten angewandte Maßnahme sieht vor, die Situation an und vor allem vor Baustellen zu entschärfen. Die Bauarbeiten sollen beschleunigt und, wenn möglich, keine Fahrstreifen mehr gesperrt werden. "Im Zweifel sollen lieber mehr Spuren gebildet werden als breitere Spuren", beschrieb Dominik Mayer vom Verkehrsministerium einen Aspekt des neuen Managements, das "stringent" angewendet werde. Die gewählten Maßnahmen reichen dem ADAC nicht aus. Unter anderem fordert der Verkehrsclub, dass Entlastungstrecken im Norden, insbesondere die A39, ausgebaut werden. Zudem spricht sich der ADAC für eine länderübergreifende Baustellenkoordination und eine Kontrolle der Baustelleneinrichtungen aus, insbesondere der Beschilderungen.

Unfallserie in den vergangenen Tagen

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In den vergangenen Tagen war es auf der A2 zu mehreren schweren Unfällen gekommen. Bei einem Auffahrunfall in einem Stau starb am Donnerstag ein 53-Jähriger. Am Montag war ein 40-jähriger Abschleppwagenfahrer in der Nähe der Anschlussstelle Garbsen/Herrenhausen von einem Kleinlaster erfasst und getötet worden. Bei einer Unfallserie auf der A2 bei Königslutter waren am Mittwoch mehrere Menschen verletzt worden. Infolge der Unfälle musste die A2 auf den betroffenen Strecken mehrfach gesperrt werden. Es kam zu massiven Verkehrsbehinderungen.

Unfallzahl auf A2 steigt

Nach den Zahlen der Polizei gab es 2017 auf dem niedersächsischen A2-Abschnitt 3.538 Unfälle, im Vorjahr waren es 3.516, und 2015 wurde die Zahl von 3.447 registriert. Bis zu 130.000 Fahrzeuge täglich, darunter ein Drittel Lastwagen, rollen über die Route von Berlin quer durch Niedersachsen Richtung Ruhrgebiet. Nach einer ADAC-Statistik belegte die A2 im vergangenen Jahr den Spitzenplatz in der Staubilanz in Niedersachsen. 1.644 Staus gab es demnach alleine auf drei besonders problematischen Abschnitten.

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Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 | 06.07.2018 | 18:00 Uhr

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