Stand: 24.04.2020 18:43 Uhr

Tonne skizziert Rahmenbedingungen für Schulstart

Arbeitsmaterialien liegen in einem Klassenraum des Gymnasium Tellkampfschule. © dpa-Bildfunk Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Beim Neustart an den Schulen müssen viele Punkte beachtet werden. (Symbolbild)

An den niedersächsischen Schulen wird es keine Maskenpflicht geben, das Tragen von Mund-Nase-Abdeckungen in den Pausen ist aber durchaus erwünscht. Das hat Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) am Freitag auf der Pressekonferenz der Landesregierung zur Corona-Krise noch einmal ausdrücklich bestätigt. Im Unterricht seien Masken dagegen nicht notwendig, sagte Tonne. Dies gelte auch für die Lehrkräfte. Da die Klassen geteilt werden sollen und dadurch weniger Schüler im Raum sind, könne dort der Sicherheitsabstand leichter eingehalten werden.

VIDEO: Tonne: "Keine Umarmung, kein Händeschütteln" (1 Min)

Online-Checkliste für Hygieneregeln

Tonne betonte die Bedeutung der Hygiene- und Abstandsregeln. Diese müssten mit den Schülerinnen und Schülern intensiv besprochen werden. Kernpunkt sei der Mindestabstand von 1,50 Metern. Berührungen, Umarmungen sowie Händeschütteln sollten unbedingt unterbleiben. Die Schulleiter würden eine entsprechende Online-Checkliste bekommen, sagte Tonne. "Die Gesundheit zu schützen, hat absolute Priorität."

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Verbindliches Lernen hat begonnen

Bereits seit Mittwoch müssen die Schülerinnen und Schüler wieder verbindlich von zu Hause aus lernen. "Ersten Rückmeldungen zufolge klappt das ganz ordentlich", sagte Tonne. "Auch unter bester Anleitung kann häusliches Lernen den Schulunterricht aber nicht ersetzen." Der vorgesehene tägliche Zeitaufwand sei nach Klassenstufen gestaffelt und betrage zwischen anderthalb Stunden für Erstklässler und vier Stunden für den zehnten Jahrgang. Die Aufgaben würden zwar nicht bewertet, das Wissen könne aber später in Tests einfließen. "Jeder ist deshalb gut beraten, die Aufgaben ernst zu nehmen", so Tonne.

Noch Spielraum bei der Kita-Notbetreuung

Ein Punkt, der vielen Eltern derzeit Probleme bereitet, ist die Betreuung von kleineren Kindern. Tonne machte deutlich, dass es in der Notbetreuung noch Kapazitäten gebe. In dieser Woche sei der Anteil der betreuten Kinder von 2,5 auf 3,2 Prozent gestiegen, sagte der Kultusminister. Vertretbar für den Infektionsschutz seien bis zu acht Prozent bei Gruppengrößen von bis zu fünf Kindern. Aktuell würden im Schnitt lediglich 2,9 Kinder pro Gruppe betreut. Die Betreuung der Kinder könne aber erst dann ausgeweitet werden, wenn der Infektionsschutz dies zulasse, betonte Tonne. Er beklagte, dass ihn die Kritik an der Betreuungssituation verärgert habe. "Tipps vom Seitenrand finde ich unsolidarisch", sagte Tonne. "Wir würden die Kitas auch gerne öffnen, aber das ist derzeit noch nicht vertretbar."

Private Kinderbetreuung soll wieder möglich werden

Um für Entlastung zu sorgen, soll demnächst auch die private Betreuung von Kindern wieder möglich sein. "Wir stehen dort in den Startblöcken, müssen aber erst den Infektionsschutz sicherstellen", sagte Tonne. Voraussetzung dafür seien genau festgelegte Rahmenbedingungen. So dürften maximal fünf Kinder von einer festen Person an einem festen Ort betreut werden. Einen genauen Starttermin für die private Betreuung nannte Tonne noch nicht.

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Maskenpflicht für Kunden und Fahrgäste

Die stellvertretende Leiterin des Krisenstabs, Claudia Schröder, erläuterte im Anschluss Änderungen an der Verordnung zum Schutz vor Neuinfektionen. Im Mittelpunkt stand dabei die ab kommenden Montag geltende Maskenpflicht im Land. Schröder betonte, dass diese für Kunden in Geschäften und Fahrgäste im öffentlichen Personenverkehr gelte. Somit müssten auch Kinder und Jugendliche in Schulbussen ihren Mund und ihre Nase bedecken. "Jede textile Barriere, die den Flug von Tröpfchen eingrenzt, ist in Ordnung", sagte Schröder. Verkäufer dagegen hätten nicht zwingend einen Mundschutz zu tragen. Zudem seien Kinder bis zur Vollendung des sechsten Lebensjahres sowie Personen mit Vorerkrankungen von Herz und Lunge von der Verordnung ausgenommen. Bei Verstößen soll es zunächst nur eine Ansprache, später aber auch Bußgelder geben. Grundsätzlich müssten die Läden allerdings nicht selbst kontrollieren oder gar Leute rausschicken, die keine Maske tragen. Das sei Aufgabe der Ordnungsämter und der Polizei.

Beförderungsverbot zu Inseln gelockert

Schröder teilte zudem mit, dass ab Montag das Beförderungsverbot im Fährverkehr zu den Inseln gelockert wird. So sollen Verwandte ersten Grades zu wichtigen familiären Terminen wie zum Beispiel Beerdigungen wieder auf die Inseln reisen dürfen. Ausnahmen gibt es zudem für Personen, deren Lebenspartner ihren Erstwohnsitz auf der Insel haben.

Strenge Vorgaben für Friseure

Mit Blick auf die Öffnung der Friseursalons sagte Schröder, dass die Mitarbeiter zwingend einen Mundschutz tragen und zudem ihre Hände vor und nach einer Dienstleistung desinfizieren müssten. Außerdem müssten die Namen und die Erreichbarkeit der Kunden notiert werden, um eine etwaige Infektionskette nachvollziehen zu können. Diese Informationen sollen drei Wochen aufbewahrt werden. Es dürfen nur Kunden bedient werden, die damit einverstanden sind.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 24.04.2020 | 16:00 Uhr

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