Stand: 29.04.2019 16:03 Uhr

Schüsse und Stau: Eskalationen bei Hochzeitskorsos

Immer wieder kommt es bei Hochzeitskorsos zu Polizeieinsätzen, weil Teilnehmer in die Luft schießen. (Themenbild)

Die Nachrichten über Vorfälle mit Hochzeitskorsos reißen nicht ab. Am Wochenende ereigneten sich in der Region Hannover gleich zwei Zwischenfälle mit Konvois von Hochzeitsgesellschaften. Am Sonntag schoss ein 19-Jähriger an einer Ampel im Stadtteil Vahrenwald mit einer Schreckschusspistole in die Luft. Zeugen alarmierten die Polizei, die zwei Fahrzeuge des Autokorsos einige Kilometer weiter vor einer Polizeiwache aus dem Verkehr zogen. Im Wagen des Verdächtigen stellten Beamte den Revolver und Munition sicher. Der junge Mann muss sich wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz verantworten. Die Polizei teilte zudem mit, dass sie die Führerscheinstelle über den Einsatz informiert habe.

Ausgebremst: Vier Fahrzeuge legen Verkehr auf A2 lahm

Ein weiterer Zwischenfall ereignete sich auf der Autobahn 2. Wie ein Polizeisprecher gegenüber NDR.de bestätigte, fuhren zwischen den Anschlussstellen Wunstorf-Kolenfeld und Hannover-Herrenhausen vier Fahrzeuge mit etwa 80 Stundenkilometern nebeneinander und legten so den Verkehr lahm. Die Polizei geht davon aus, dass es sich um einen türkischen Hochzeitskorso gehandelt habe. Nach Aussage einer Zeugin habe mindestens ein Auto eine türkische Flagge im Fenster gehabt. Die Beamten haben ein Verfahren wegen des Verdachts der Nötigung eingeleitet.

Nordrhein-Westfalen: Hochzeitskorsos Thema im Landtag

In Nordrhein-Westfalen kam es an diesem Wochenende zu etlichen Polizeieinsätzen, weil Hochzeitsfeiern eskaliert waren. Insgesamt rückte die Polizei zu 27 Einsätzen aus - vier davon wegen Straßenverkehrsdelikten. Auf der A2 bei Kamen (Landkreis Unna) bremsten mehrere hochwertige Fahrzeuge den Verkehr aus. In Lage (Landkreis Lippe) wurden bei der Durchsuchung von Autos eines Hochzeitskorsos zwei Schreckschusswaffen sichergestellt, die zuvor benutzt worden waren. Auch auf den Autobahnen 4 bei Elsdorf (Landkreis Rhein-Erft) und 52 bei Marl (Landkreis Recklinghausen) blockierten Hochzeitsgesellschaften die Fahrbahnen. Dort beschäftigt sich der Innenausschuss des Landtages mit derartigen Vorfällen. Eine Verschärfung der Strafen steht im Raum.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 29.04.2019 | 07:30 Uhr

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