Ein Transparent mit der Aufschrift «ICE-Trasse durchs Auetal» steht im Auetal nahe der Ortschaft Rehren. © dpa-Bildfunk Foto: Hauke-Christian Dittrich

Schnellstrecke Hannover-Bielefeld: Neubau oder nur Ausbau?

Stand: 07.05.2021 09:58 Uhr

Komplett neue Strecke oder Neubauabschnitte unter Einbeziehung der existierenden Trasse? Laut Verkehrsclub Deutschland kann nur ein Neubau die Bahnstrecke Hannover-Bielefeld schneller machen.

Die vielbefahrene Strecke soll viergleisig und für ICE mit Tempo 300 ausgebaut werden, um das Rhein-Ruhr-Gebiet schneller mit Berlin zu verbinden und einen besseren Regionalverkehr zwischen Westfalen und Niedersachsen zu ermöglichen. Fünf Varianten des Trassenverlaufs hat das Bundesverkehrsministerium dazu skizziert. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) in Niedersachsen warnt davor, sich bereits jetzt auf eine Trasse für die geplante Schnellfahrstrecke festzulegen. Anlass ist ein Entschließungsantrag, der am Freitag im Verkehrsausschuss des Niedersächsischen Landtages beraten wird.

Wenden sie SPD und CDU einseitig gegen Neubaustrecke?

Der Antrag der Fraktionen von SPD und CDU im Landtag wende sich einseitig gegen eine Neubaustrecke, kritisierte der VCD-Landesvorsitzende Martin Mützel. "Da wird ein künstlicher Gegensatz zwischen dem Fernverkehr und der regionalen Erschließung aufgebaut, der so nicht existiert", so Mützel. "Es bringt dem Regionalverkehr nicht den geringsten Vorteil, wenn der ICE zwischen Hannover und Bielefeld länger braucht." Nur wenn sich die Ost-West-Züge in Hannover, Braunschweig und Wolfsburg begegneten, könnten die meist stündlichen Regionalzüge direkten Anschluss in beide Richtungen bekommen, sagte der VCD-Chef. Dies sei im vorliegenden Entwurf des Deutschlandtaktes der Fall.

VCD: Reiner Ausbau würde keine Fahrzeitverkürzung bringen

Nach VCD-Ansicht müsse geprüft werden, ob eine weitgehend siedlungsferne Neubaustrecke tatsächlich eine höhere Belastung für die Bevölkerung bedeutet. Ein reiner Ausbau der Bestandsstrecke würde den gesamten Verkehr durch die Orte wie Wunstorf, Stadthagen und Bückeburg führen, so Mützel. "Sie kann keine Fahrzeitverkürzungen im Personenverkehr erreichen und trägt wenig zu einer Attraktivitätssteigerung der Bahn gegenüber Auto und Flugzeug bei."

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Zu aufwendig? SPD und CDU wollen Ausbau prüfen

SPD und CDU hatten der vergangenen Woche einen Antrag in den Landtag eingebracht, der die beiden großen Ausbauvorhaben für die schnellen Züge in Niedersachsen zumindest teilweise in Frage stellt. Geprüft werden müsse, ob Neubauabschnitte für hohe Geschwindigkeiten zwischen Hannover und Hamburg sowie Bielefeld nicht zu aufwendig seien, heißt es in dem Antrag. Anfang März hatte die Deutsche Bahn für den Ausbau der ICE-Strecke Hannover-Bielefeld mit der Untersuchung der bestehenden Strecke auf Erweiterungsmöglichkeiten begonnen. Ab September sollen dann auch Varianten für eine Neubaustrecke oder Neubauabschnitte unter Einbeziehung der existierenden Trasse untersucht werden.

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Ein Transparent mit der Aufschrift "ICE-Trasse? Nein!" ist während einer Demonstration gegen die geplante ICE-Trasse in Groß Munzel (Niedersachsen) zu sehen. © dpa-Bildfunk

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