Stand: 21.05.2019 18:59 Uhr

Römerlager Wilkenburg: Lösung in Sicht?

Das Gelände bei Hemmingen ist als mögliches Abbaugebiet für Rohstoffe ausgewiesen.

Im Streit um das 2015 bei Hemmingen (Region Hannover) entdeckte frühere römische Marschlager zeichnet sich eine Lösung ab. Das berichtet NDR 1 Niedersachsen. Demnach will der Petitionsausschuss des Niedersächsischen Landtages bis Ende Juni empfehlen, wie es mit dem Areal weitergehen soll. Bisher möchte eine Firma auf dem Gelände ein Kies abbauen. Ein Ehepaar aus Hildesheim will dies jedoch verhindern und hatte deswegen eine Online-Petition für den Erhalt des vom niedersächsischen Landesamt für Denkmalschutz als Bodendenkmal ausgewiesenen Gebiets gestartet. Es war die erste Online-Petition, die die nötige Anzahl von mindestens 5.000 Unterstützern erreichte.

Professor Franz Renz hält ein Mößbauer-Spektrometer in den Händen.

Mit Weltraumtechnik das Römerlager erforschen

Hallo Niedersachsen -

Mit einer Online-Petition fordert eine Initiative den Erhalt des Römerlagers in Wilkenburg. Professor Franz Renz will zu dessen Untersuchung ein Mößbauer-Spektrometer einsetzen.

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Warnung vor Vernichtung von Kulturgütern

Mit-Initiatorin Kristina Osmers bat die Ausschussmitglieder am Dienstag, zügig zugunsten des Erhalts der Marschlagers zu entscheiden. "Es ist ein einzigartiges Bodendenkmal, innerhalb welcher Zeitspanne wir das untersuchen, steht auf einem ganz anderen Blatt", so Osmers. Was danach mit den Ergebnissen geschehe, müsse dann diskutiert werden. Es gehe vorerst um Erhalt, sagte sie. Auch der Hobby-Archäologe Werner Dicke appellierte an die Landespolitiker, sich für den Erhalt und die Erforschung des Römerlagers Wilkenburg einzusetzen. "Wird der geplante Kiesabbau realisiert, vernichten wir Kulturgüter wahrscheinlich europäischen Ranges", sagte einer der Sprecher der Initiative "Kultur bergen statt Kies schürfen".

Grüne sprechen sich für Erhalt aus

Auf das rund 2.000 Jahre alte römische Marschlager weist derzeit nur eine Infotafel hin. Im Raumordnungsprogramm ist es noch als Rohstoffsicherungsgebiet für den Kiesabbau ausgewiesen. "Darüber, ob auf dem Gelände Kies abgebaut wird, entscheidet aber nicht das Ministerium für Wissenschaft und Kultur, sondern die Region Hannover, da das Planungsrecht auf kommunaler Ebene liegt", sagte eine Vertreterin des Ministeriums vor dem Petitionsausschuss. Sollte der Kommunalverband den Kiesabbau genehmigen, müsse das kiesfördernde Unternehmen die flächendeckende Erforschung des Lagers finanzieren. Unterstützung erhalten die Initiatoren der Online-Petition vonseiten der Grünen. "Es wäre unerträglich, wenn diese wichtige und bestens erhaltene Lagerstätte von einst 20.000 Legionären dem Kiesbagger zum Opfer fallen würde", sagte Grünen-Fraktionschef Christian Meyer. "Das Vorranggebiet Kiesabbau wurde vom Land ausgewiesen und kann auch vom Land gestrichen werden."

Einzigartig in Norddeutschland

Die Initiatoren der Petition hoffen, dass bei Hemmingen ein dauerhafter Kultur-, Lern, und Erlebnisort geschaffen werden kann. Historiker bewerten das Lager als einzigartig. Es sei das bisher einzige in Norddeutschland entdeckte Lager dieser Art.

Weitere Informationen

Römerlager: Region will Kiesabbau genehmigen

Die Überreste eines römischen Lagers sorgen für Streit in der Region Hannover. Der Kommunalverband möchte dort Kiesabbau erlauben. Forscher pochen auf den Erhalt der Fundstelle. (02.02.2017) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 21.05.2019 | 17:00 Uhr

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