Menschen tanzen in einem Club. © picture alliance/dpa Foto: Felix Kästle

Region Hannover: 3.000 Partygänger sind in Quarantäne

Stand: 21.07.2021 15:55 Uhr

Die Corona-Inzidenz in der Region Hannover steigt mittlerweile wieder fast täglich. Grund dafür sind vor allem Treffen unter jungen Menschen - 3.000 müssen sich nach Partys zurzeit isolieren.

Das Gesundheitsamt der Region Hannover hat die Betroffenen in Quarantäne geschickt, weil sie beispielsweise in Diskotheken, Clubs oder Bars gefeiert hatten, in denen sich am selben Abend auch mindestens eine mit Corona infizierte Person aufhielt. In einem Fall hat ein Infizierter auf einer Party 25 Menschen angesteckt. Ob in den Lokalitäten gegen Auflagen und Hygieneregeln verstoßen wurde, ist noch unklar.

Folge-Infektionen herausfordernd für Gesundheitsamt

Für das Gesundheitsamt sei die momentane Lage enorm herausfordernd, sagte ein Sprecher der Region Hannover. Wenn beispielsweise zwei Infizierte in einer Diskothek mit 500 anderen Menschen gefeiert hätten, dann müssten diese 500 Leute kontaktiert werden, damit sie in Quarantäne geschickt werden können. Das größte Problem sei dabei nicht, dass sich die jungen Menschen untereinander anstecken, so der Sprecher. Als problematisch hätten sich die Folge-Infektionen herausgestellt. In einem Fall habe das Gesundheitsamt fünf Ebenen nachverfolgen müssen. Viele Betroffene hätten mit der feiernden Person überhaupt nichts mehr zu tun gehabt.

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Unterdessen haben sich nach einer Abiturfeier in Celle mindestens zwei Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Weitere 300 Teilnehmer schickte das Gesundheitsamt in Quarantäne. Die Zahl der Quarantäneanordnungen könne sich noch erhöhen, sagte ein Sprecher des Landkreises Celle am Mittwoch. Eine Möglichkeit zum "Frei-Testen" gebe es bei der Delta-Variante nicht. Nach der Feier am vergangenen Freitag mit insgesamt rund 600 Teilnehmern war zunächst eine Person positiv auf Sars-Cov-2 getestet worden. Man müsse davon ausgehen, dass sie schon am Abend der Feier infiziert war, hieß es. Inzwischen wurde ein weiterer positiver Schnelltest eines Gastes mit dem PCR-Verfahren bestätigt. Bei einem dritten Schnelltest stehe das Ergebnis noch aus, so der Landkreissprecher.

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Steigende Corona-Zahlen auch andernorts durch Partys

Auch der Landkreis Lüneburg meldet hohe Corona-Zahlen unter jungen Menschen. Die meisten der Fälle führt der Landkreis auf Feieraktivitäten zurück. In der Grafschaft Bentheim hatten sich 19 Abiturientinnen und Abiturienten während einer privat organisierten Abi-Fahrt ins spanische Lloret de Mar infiziert.

Hälfte der Infektionen in Altersgruppe der 15- bis 29-Jährigen

Nach Angaben des Corona-Krisenstabs der Landesregierung ist mittlerweile mehr als jeder zweite Corona-Erkrankte zwischen 15 und 29 Jahre alt. Als Grund dafür gilt die niedrige Impfquote unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Regierungssprecherin Anke Pörksen appellierte deshalb an die jungen Menschen, sich erst impfen zu lassen und dann feiern zu gehen. Derzeit gibt es keine Pläne vonseiten des Landes, Diskotheken und Clubs wieder zu schließen.

Voll Geimpfte müssen nicht in Quarantäne

Die Region Hannover weist unterdessen darauf hin, dass sich Menschen mit vollständigem Impfschutz sowie Genesene nach dem Kontakt zu einer infizierten Person von der Quarantäne befreien lassen können. Dazu müssen sie den Nachweis ihrer Impfung oder Genesung per E-Mail an coronavirus@region-hannover.de übermitteln. Als vollständig geimpft gelten Personen mindestens zwei Wochen nach ihrer zweiten Impfung beziehungsweise nach einer Dosis des Impfstoffs von Johnson & Johnson. Diese Regelung für Geimpfte und Genesene gilt nach Angaben des Robert Koch-Instituts bundesweit.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 21.07.2021 | 16:00 Uhr

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