Stand: 02.03.2020 20:12 Uhr

Proben negativ: Keine neuen Corona-Fälle in Uetze

Reagenzgläser im Labor. © Sebastian Gollnow Foto: Sebastian Gollnow
Weitere Coronavirus-Verdachtsfälle in Uetze haben sich nicht bestätigt. (Themenbild)

In der Region Hannover gibt es aktuell keine weiteren bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus. Wie die Region am Montagabend mitteilte, waren auch die sechs zuletzt im Labor des Landesgesundheitsamts getesteten Proben negativ. Zuvor hatte es bereits bei neun Verdachtsfällen Entwarnung gegeben, die Kontakt mit dem Coronavirus-Patienten in Uetze hatten. Der 68-Jährige, bislang der einzige Coronavirus-Fall in Niedersachsen, war zuvor auf einer Busreise in Norditalien gewesen. Nach seiner Rückkehr am 24. Februar hatte er Beschwerden gehabt und einen Arzt angerufen. Dieser nahm bei einem Hausbesuch einen Abstrich und schickte ihn ein. Dem Patienten geht es den Behörden zufolge den Umständen entsprechend gut.

VIDEO: Coronavirus: Die aktuelle Lage in Niedersachen (4 Min)

Schulen und Kita öffnen wieder

Die Grundschulen in Eltze und Uetze sowie die Kindertagesstätte in Eltze waren am Montag vorsichtshalber geschlossen geblieben. Am Dienstag öffnen alle drei Einrichtungen wieder, teilte die Region weiter mit. "Wir sind erleichtert, dass es aktuell keine weiteren Erkrankungen gibt und schnell wieder Normalität einziehen kann", sagte Regionspräsident Hauke Jagau (SPD). Derzeit befinden sich aber noch 24 Menschen aus dem Kontaktumfeld des Corona-Patienten in häuslicher Isolierung. Das Gesundheitsamt der Region Hannover stehe mit diesen Menschen im regelmäßigen Austausch, hieß es.

Telefon-Hotlines geschaltet

Die Region Hannover hat unter der Nummer (0800) 731 31 31 ein Bürgertelefon eingerichtet, um Fragen von Bürgern zum Coronavirus zu beantworten. Die Hotline ist zwischen 6 und 18 Uhr geschaltet. Auch das Landesgesundheitsamt hat ein Info-Telefon eingerichtet: Unter (0511) 450 55 55 können Bürger montags bis donnerstags von 8 bis 12 und von 13 bis 16 Uhr anrufen. Freitags ist das Info-Telefon von 8 bis 12 Uhr besetzt.

"Halten Sie sich an die Hygieneregeln"

Nachdem am Samstagabend die erste Infektion in Niedersachsen bestätigt worden war, hatte Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) sich am Sonntagvormittag in einer Pressekonferenz geäußert. Sie warnte davor, in Panik zu verfallen. "Niedersachsen hat einen allerersten Fall, einen isolierten Einzelfall. Diesen lokal zu begrenzen, wie es in Bayern geschehen ist, sollte auch unser Ziel sein", sagte sie. Die Bekämpfung des Virus werde den Behörden eine Menge abverlangen, glaubt die Ministerin - Panikmache oder Gerüchte seien kontraproduktiv. "Bleiben Sie ruhig, aber achtsam und halten Sie sich an die Hygieneregeln. Meist handelt es sich um sehr milde Verläufe, die sich zu Hause auskurieren lassen", sagte sie. Ärzte sollten bei Symptomen zunächst per Telefon kontaktiert werden.

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Jagau: "Keine Gerüchte streuen"

Auch Regionspräsident Jagau forderte Bedacht im Umgang mit dem Virus. "Ich appelliere an Sie, keine Gerüchte zu streuen und sich auf die Fakten zu beschränken. Das würde helfen", sagte er. Der Leiter des Fachbereichs Gesundheit der Region, Mustafa Yilmaz, bestätigte bei der Pressekonferenz eine deutliche Zunahme von Anfragen aus der Bevölkerung. "Viele Menschen sind sehr beunruhigt", sagte Yilmaz. Er empfahl, sich auch auf den Internetauftritten des Robert-Koch-Instituts oder der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zu informieren.

Weil sieht Niedersachsen gut vorbereitet

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hatte nach Bekanntwerden der ersten Infektion im Land ebenfalls zu Besonnenheit aufgerufen. "Niedersachsen ist gut vorbereitet auf die Virusinfektion, unser Gesundheitssystem hat sich bei früheren Infektionswellen stets als leistungsfähig und effektiv erwiesen", sagte er. "Wir können deswegen auch jederzeit darauf vertrauen, dass die notwendigen Maßnahmen zur Eindämmung des Virus ergriffen werden." Es sei leider nur eine Frage der Zeit gewesen, dass das Virus auch Niedersachsen erreicht, betonte Weil. "Ich wünsche dem infizierten Patienten gute Besserung und bitte alle sonstigen Betroffenen um Verständnis für die Maßnahmen, die erforderlich sind, um weitere Menschen vor einer Infektion zu schützen."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 03.03.2020 | 08:00 Uhr

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