Stand: 19.04.2019 13:48 Uhr

Pannen in Lügde: Ministerium schickt Mitarbeiter

Nach der Pannenserie bei der Aufklärung des massenhaften Kindesmissbrauchs auf einem Campingplatz in Lügde nahe Bad Pyrmont hat das nordrhein-westfälische Innenministerium Beamte ins Polizeipräsidium Bielefeld geschickt. Laut einem Bericht des "Westfalen-Blatts" sei die zuständige Ermittlungskommission Eichwald "unter Dienst- und Fachaufsicht gestellt" worden. Im Polizeipräsidium Bielefeld sorge dies für Befremden, schreibt die Zeitung.

Ministerium schickt weitere Beamte

Ein Sprecher des Innenministeriums bestätigte das Entsenden von zwei Mitarbeitern, stellte die Maßnahme aber anders dar: Die Beamten seien vor Ort, um sich einen Eindruck der Ermittlungsarbeit und einen Überblick über die Abläufe zu verschaffen. Gleichwohl kündigte das Ministerium an, dass nach den Osterfeiertagen weitere Fachleute, darunter die ranghöchste Polizistin des Landes, nach Bielefeld geschickt werden sollen.

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Pannenserie Lügde: Polizei übersieht Schuppen

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Weitere Vorwürfe gegen die Ermittler im Missbrauchsfall in Lügde: Neue Datenträger sind aufgetaucht - und ein Schuppen des Hauptbeschuldigten auf dem Campingplatz wurde übersehen. Video (06:53 min)

Mehrere Pannen überschatten Ermittlungen

Ein Dauercamper soll auf dem Campingplatz über Jahre Kinder missbraucht und dabei gefilmt haben. Mehrere Personen sollen als Mittäter fungiert haben. Zurzeit gibt es acht Verdächtige. Unter anderem sitzt ein 48-Jähriger aus Stade im Zusammenhang mit den Fällen in Untersuchungshaft. Er soll die Taten live im Internet verfolgt haben. Von 40 mutmaßlichen Opfern gehen die Ermittler momentan aus, hinzu kommen zwölf Verdachtsfälle. Überschattet werden die Ermittlungen von mehreren Pannen: Unter anderem verschwanden gut 150 Datenträger aus der Obhut der Polizei. Bei Abrissarbeiten auf dem Campingplatz in Lügde wurden zudem weitere CDs und DVDs gefunden, die die Polizei zuvor nicht entdeckthatte. Die SPD-Fraktion im nordrhein-westfälischen Landtag hatte darauf den Rücktritt von Innenminister Herbert Reul (CDU) gefordert.

Weitere Informationen

Lügde: Beweismittel möglicherweise zerstört

Im Missbrauchsfall in Lügde gibt es neue Vorwürfe gegen die Ermittler. Ein Schuppen des Hauptbeschuldigten auf dem Campingplatz wurde übersehen. Möglicherweise wurde Beweismaterial zerstört. (16.04.2019) mehr

 

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 19.04.2019 | 13:00 Uhr

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