Stand: 30.04.2019 20:17 Uhr

Niedersachsen: Halbe Milliarde Euro für Schulen

Niedersachsens Schulen werden mit mehr als einer halben Milliarde Euro ausgestattet, um die Herausforderungen der Digitalisierung anzugehen. Die Landesregierung hat am Dienstag in Hannover den sogenannten Digitalpakt auf den Weg gebracht. Dieser besagt, dass jede der rund 3.000 niedersächsischen Schulen Anspruch auf eine 30.000-Euro-Pauschale hat, sofern mehr als 60 Schüler dort angemeldet sind. Zudem können die Bildungseinrichtungen weitere Mittel für Medienbildung, Beschaffung von Infrastruktur und überregionale Projekte abrufen. Der "Digitalpakt Schule" ist auf drei Jahre angelegt. Die Summe setzt sich aus 470 Millionen Euro Bundesmitteln und einem Zuschuss von rund 52 Millionen Euro durch das Land Niedersachsen zusammen.

Landesregierung unterstützt Schulen mit Medienpädagogen

Das Lernen mit digitalen Medien müsse in Schulen zur Selbstverständlichkeit werden, sagte Kultusminister Grant-Hendrik Tonne (SPD). Sonst drohe eine Abkopplung von der Realität. "Es geht ganz ausdrücklich nicht um eine Digitalisierung der Schulen und ist auch kein Tablet-Beschaffungsprogramm", so Tonne. Digitale Medien seien als Lernwerkzeuge kein Ersatz, sondern eine Ergänzung. Die inhaltlichen Ansprüche an die Schulen blieben gleich. Tonne sieht die Bildungsträger in der Pflicht, einen sogenannten Medienentwicklungsplan zu erstellen - ein technisches Konzept plus Orientierung für die Bildung. Dafür stehen niedersachsenweit rund 80 Medienpädagogen bereit.

Opposition: Der FDP fehlt ein Konzept hinter der Förderung

Die Opposition geht mit dem Minister hart ins Gericht. "Man hat das Gefühl, Digitalpakt und Landesregierung ist wie der Versuch, Windows 10 auf einen Commodore 64 aufzuspielen", spottete der schulpolitische Sprecher der FDP, Björn Försterling. "Wir vermissen klare Aussagen zur Medienbildung von Schülern und Fortbildung von Lehrkräften." WLan und interaktive Tafeln machten keine Digitalisierung, meint Försterling. Der Niedersächsische Städtetag begrüßt die Entscheidung, dass das Land auf einen zehnprozentigen Eigenanteil der kommunalen Schulträger verzichtet. Der Philologenverband begrüßte, dass die Mittel aus dem Digitalpakt in Niedersachsen schnell und möglichst unbürokratisch in die Schulen fließen sollen. Allerdings mahnte er auch, dass nach den Anschubinvestitionen die dauerhafte Weiterentwicklung digitaler Schule gewährleistet sein müsse.

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Das Bild zeigt eine deutsche Flagge und das Reichstagsgebäude © imago Foto: Westend61

Grünes Licht für Digitalpakt: Milliarden für Schulen

Die Digitalisierung der Schulen kann voranschreiten: Bundesrat und Bundestag haben sich auf Formulierungen für eine Grundgesetzänderung geeinigt, die Milliardenhilfen ermöglicht. Mehr bei tagesschau.de extern

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 30.04.2019 | 16:00 Uhr

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