An einem Gebäude hängt ein Schild mit der Aufschrift Landgericht Hannover. © NDR Foto: Julius Matuschik

Missbrauch von Tochter geduldet? Mutter schweigt vor Gericht

Stand: 06.12.2021 14:45 Uhr

Eine 49-jährige Frau muss sich seit Montag vor dem Landgericht Hannover verantworten. Sie soll zugelassen haben, dass ihre zum Tatzeitpunkt zwölfjährige Tochter missbraucht wurde.

Die Staatsanwaltschaft wirft der Mutter Beihilfe zu schwerem sexuellen Kindesmissbrauch vor. Die Angeklagte soll lange Männerbesuche im Zimmer ihrer zwölfjährigen Tochter und deren Schwester zugelassen haben. Von den Übergriffen zumindest eines Mannes habe sie gewusst und nichts unternommen, so die Anklage. Zu den Vorwürfen äußerte sich die 49-Jährige zum Prozessauftakt nicht. Der Vorsitzende Richter erklärte, dass es auch im Falle einer Einlassung der Angeklagten unklar sei, ob sie mit einer Bewährungsstrafe davonkomme.

Verurteilter Mann sagt als Zeuge aus

Drei Männer sind in diesem Fall nach Angaben des Gerichts bereits rechtskräftig zu Haftstrafen verurteilt worden. Demnach ging es dabei auch um Vergewaltigungen. Einer der Verurteilten wurde als Zeuge gehört. Vor dem Landgericht räumte der 27-Jährige die Taten erneut ein - auch gegenüber der Schwester der damals Zwölfjährigen. Er sagte aus, dass er damals nicht gewusst habe, dass auch seine beiden Brüder Täter gewesen seien. Er habe aber den Verdacht gehabt, dass der Lebensgefährte der Mutter die Mädchen missbrauchte. Auch habe es Gerüchte bezüglich eines Cousins gegeben.

Urteil könnte am 20. Dezember fallen

Bei der Verhandlung geht es um den Tatzeitraum zwischen Juni und November 2017. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft lebte die Zwölfjährige zu diesem Zeitpunkt bereits in einer Wohngruppe. Sie habe ihre Mutter aber regelmäßig in deren Wohnung in Hannover besucht. Die betroffenen Schwestern leben jetzt in einer Pflegefamilie. Der Vorsitzende Richter erklärte, es sei ein Ziel, dass sie nicht noch einmal im Prozess aussagen müssten. Die Angeklagte hat eigenen Angaben zufolge insgesamt sechs Kinder, von denen ein erwachsener Sohn noch bei ihr lebe. Ein Urteil in dem Verfahren könnte am 20. Dezember gesprochen werden.

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Das Rathaus am Maschsee. © NDR Foto: Julius Matuschik
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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 06.12.2021 | 09:30 Uhr

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