Stand: 30.08.2018 16:09 Uhr

MHH-Patienten testen neue Handprothese

Schnürsenkel binden, Sachen von einem Tisch greifen - das sind Alltagshandgriffe. Doch für Menschen, denen eine Hand fehlt, sind sie unmöglich. Abhilfe schaffen können Handprothesen. An der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) haben Mediziner und Patienten am Donnerstag einen Prototyp für eine Prothese vorgestellt. Die Patienten sind begeistert: "Es ist keine große, geistige Anstrengung nötig", sagte Patient Ludwig List. Die Hand lasse sich problemlos auf einem Tisch ablegen. Auch das Zusammenführen von Daumen und Zeigefinger sei kein Problem.

Neue Handprothese wird getestet

Ein Motor steuert alle Finger

Eine andere Patientin zeigte, wie gut die Feinmotorik funktioniert. Sie nähte mit der Hand, die außen aus Gummi besteht, einen Knopf an. Im Innern der Prothese verbirgt sich eine Robotermechanik, die Greifen kann. Sie kennt Gesten und kann sie ausführen, so Institutsleiter Eike Jakubowitz. Es sei möglich, "mit nur zwei Signalen, die vom Patienten abgegriffen werden, nahezu 80 Prozent der Greifbewegungen, die mit der menschlichen Hand möglich sind, anzusteuern." Lediglich ein einzelner Motor reicht, um alle Finger gleichzeitig und intuitiv zu bewegen. Die Prothese kann sich unterschiedlichen Formen wie rund und eckig anpassen.

Eine Frau begutachtet ihre neue Handprothese (Roboter-Hand).

Neue Roboter-Hand macht Patienten Hoffnung

Hallo Niedersachsen -

Italienische Maschinenbauer und deutsche Ingenieure der Medizinischen Hochschule Hannover haben eine Roboter-Hand entwickelt, die eine wirkliche Feinmotorik ermöglicht.

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Feinmechanik stammt aus Italien

Die Feinmechanik der Prothese wurde von Italienern entwickelt, aus Japan stammen elektrotechnische Teile. An der MHH und der Leibniz Universität in Hannover arbeiten Spezialisten auf dem Gebiet Biotechnik. Die Entwickler sprechen von einer "robotermechanischen Greifintelligenz". In zwei Jahren soll die Prothese marktreif sein. Aktuell kostet sie etwa 5.000 Euro - weniger als bisherige elektrische Prothesen. Studienteilnehmer List hatte seine Hand als Kind im Zweiten Weltkrieg verloren. Die neue Prothese bedeutet für ihn fast ein neues Lebensgefühl. Außerdem sieht er einen "Fortschritt für die Jugend, die dann eine größere Perspektive in der Berufswahl hat." Er selbst wollte eigentlich Schreiner werden. Mit nur einer Hand ging das nicht.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 | 30.08.2018 | 18:00 Uhr

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