Stand: 11.02.2019 16:51 Uhr

Lies verteidigt geplanten Wolfs-Abschuss

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Noch hat der Leitwolf aus Rodewald eine "Galgenfrist". Umweltminister Lies dringt unterdessen auf einen Abschuss. (Themenbild)

Der Leitwolf des Rudels aus Rodewald (Landkreis Nienburg) sorgt weiter für Diskussionen in der niedersächsischen Landespolitik. Zwar liegt der geplante Abschuss derzeit auf Eis - das Verwaltungsgericht Oldenburg prüft die erteilte Abschussgenehmigung - doch Umweltminister Olaf Lies (SPD) verteidigt seine Entscheidung, den Wolf abschießen zu lassen, vehement. Auch um dem Vorwurf der Intransparenz beim geplanten Wolfsabschuss zu begegnen, veröffentlichte das Umweltministerium am Montag auf seiner Homepage die Genehmigung vom 23. Januar.

Lies warnt vor den Folgen

Im Umweltausschuss des Niedersächsischen Landtags warnte der Umweltminister vor den Folgen, die der Verzicht auf einen Abschuss des Wolfsrüden "GW 717m" nach sich ziehen würde. Lies machte deutlich, dass weitere Tiere des Rudels das problematische Jagdverhalten übernehmen könnten. Dies könnte zu einem Anstieg der Nutztierrisse führen. "Wenn wir nicht handeln, fühlen sich die Betroffenen allein gelassen, das fördert nicht die Akzeptanz", warnte der Minister mit Blick auf die Weidetierhalter. Die von Lies vorgebrachten Argumente reichten dem früheren Agrarminister Christian Meyer indes nicht.

Grüne: Zu wenig Gründe für Abschuss

Meyer sagte NDR 1 Niedersachsen, er sehe nicht genügend Kriterien erfüllt, die für den Abschuss sprechen. Die von Lies vorgetragene Begründung spiele vor allem mit der Emotion. Dies reiche aber nicht, um eine Abschussgenehmigung zu erteilen. Unter Umständen verstoße die Landesregierung gegen die Bundesartenschutzverordnung. Dann würden sich Mitarbeiter, die den Wolfsrüden abschießen, sogar strafbar machen.

Verwaltungsgericht entscheidet über Abschuss

Die Entscheidung, ob die im Januar erteilte Sondergenehmigung zum Abschuss des Wolfs Bestand hat, müssen aber die Oldenburger Verwaltungsrichter fällen. Der "Freundeskreis freilebender Wölfe" hatte gegen die Ausnahmegenehmigung ein Eilrechtsverfahren angestrengt.

Lies: Wolf hat 40 Nutztiere gerissen

Dem Leitwolf werden laut Umweltministerium zahlreiche Risse von Nutztieren zugerechnet. Lies sagte, das Tiere habe wolfssichere Zäune überwunden und mehr als 40 Nutztiere getötet.

Kommentar

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 11.02.2019 | 18:00 Uhr