Stand: 10.07.2020 14:36 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Land vereinfacht Regelwerk zum Corona-Schutz

Ab Montag gilt in Niedersachsen eine neue, vereinfachte Corona-Verordnung. Die Regeln bleiben weitgehend wie bisher. Die neue Verordnung unterscheidet sich laut Claudia Schröder, Vize-Leiterin des Corona-Krisenstabs der Landesregierung, vor allem dadurch, dass sie thematisch gegliedert ist. Das werde das Arbeiten mit der neuen Verordnung sicherlich vereinfachen, sagte Schröder. Über allem stehe der Appell an alle Bürger, physische Kontakte zu anderen Menschen auf das notwendige Maß zu beschränken.

Vereinfachte Corona-Verordnung gilt ab Montag

Hallo Niedersachsen -

Ab Montag gilt in Niedersachsen eine neue, vereinfachte Corona-Verordnung. Für Pflegeheime gibt es keine Vorgaben mehr zu Besucher-Anzahlen und auch beim Sport gibt es Lockerungen.

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Ist der Kontakt notwendig?

Bei jedem Kontakt müsse man sich fragen, ob dieser wirklich notwendig sei oder ob nicht auch ein Telefonat, eine E-Mail oder gar ein Brief ausreiche, sagte Schröder. Dies solle deutlich machen, dass es trotz des momentan überschaubaren Infektionsgeschehens in Niedersachsen wichtig zur weiteren Eindämmung der Pandemie sei, die eigenen Kontakte zu beschränken. "Wir halten es für sinnvoll und wichtig, immer wieder daran zu erinnern, dass das auch weiterhin gilt", sagte Schröder.

Allgemeine Vorschriften für alle

Im ersten Teil der neuen Verordnung geht es um allgemeine Vorschriften, die für alle Menschen im Land gelten. Darunter fallen das Abstandsgebot, die Verpflichtung, eine Mund-Nase-Bedeckung in bestimmten Bereichen des öffentlichen Raums zu tragen, die Notwendigkeit für ein Hygienekonzept sowie die Dokumentation von Daten. Dieser erste Teil bilde die Basis der Verordnung, auf den die nachfolgenden sieben Teile der Verordnung Bezug nehmen, sagte Schröder. Nachjustiert worden sei im Bereich des Hygienekonzepts. So müsse dieses folgende Kernelemente enthalten: Maßnahmen um die Zahl von Personen zu begrenzen und zu steuern, Maßnahmen zur Desinfektion und Reinigung von Oberflächen sowie Maßnahmen Belüftung in geschlossenen Räumen.

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Verboten bleiben: Clubs, Messen, Prostitution

Weiterhin nicht öffnen dürfen Clubs, Diskotheken, Shisha-Bars und ähnliche Lokalitäten. Messen, Kongresse und Ausstellung bleiben bis zum 31. August verboten. Auch Prostitution bleibt untersagt. Zudem dürfen Großveranstaltungen bis zum 31. Oktober nicht stattfinden. Gelockert wird dagegen bei Veranstaltungen und Reisen von Kinder- und Jugendgruppen. Künftig dürfen daran maximal 50 Personen teilnehmen. Der Veranstalter muss ein entsprechendes Hygienekonzept vorlegen.

Videos
01:31

Land stellt vereinfachte Corona-Verordnung vor

10.07.2020 11:30 Uhr

Am Montag tritt eine vereinfachte Corona-Verordnung in Kraft. Konkrete Neuerungen finden sich beispielsweise in den Gruppengrößen bei Veranstaltungen mit Kindern und beim Sport. Video (01:31 min)

Heime entscheiden selbst über Besucherzahl

Für Pflegeheime und Tagespflegeinrichtungen gibt es in der neuen Verordnung keine Vorgaben mehr für die maximale Anzahl von Besuchern. "Zu Beginn war nur eine Person erlaubt, das wurde dann auf zwei Personen ausgedehnt. Jetzt haben wir bewusst darauf verzichtet, eine konkrete Zahl zu nennen", sagte Schröder. Nun sollen die Einrichtungen selbst über ihre Hygienekonzepte erarbeiten, wie viele Besucher sie zulassen können. "Heime und Krankenhäuser haben uns immer wieder geschildert, wie unterschiedlich ihre Anforderungen sind", begründete Schröder das Vorgehen.

Wettkämpfe im Mannschaftssport erlaubt

Neu in der Verordnung ist auch, dass im Mannschaftssport wieder Teams zu Freundschafts- oder Punktspielen antreten dürfen. Voraussetzung ist aber, dass sich nicht mehr als 30 Personen auf dem Platz befinden. Vorher war Sport nur in festen Kleingruppen erlaubt. Bis zu 50 Zuschauer dürfen einer Sportveranstaltung vom Spielfeldrand aus zusehen. Wenn es für jeden Zuschauer einen Sitzplatz gibt und deren Kontaktdaten dokumentiert werden, sind sogar bis zu 500 Zuschauer erlaubt - ebenso wie bei kulturellen Veranstaltungen unter freiem Himmel.

Kritik an schwierigen Formulierungen

Der Niedersächsische Städte- und Gemeindebund hatte im Vorfeld kritisiert, dass die neue Verordnung zwar kürzer sei, aber immer noch schwierig formuliert. Schröder reagierte mit einem Appell: "Wir sind alle in die Pflicht genommen, uns weiter vor Augen zu führen, dass wir es mit einer Pandemie zu tun haben." Zwar sei die Schärfe einzelner Formulierungen etwas zurückgenommen, aber Kontakte müssten weiterhin auf das Notwendigste beschränkt bleiben. Mit der neuen Verordnung sei der Spagat gelungen, transparente und klare Regelungen und gleichzeitig einen ordnungsrechtlichen Rahmen für eine Fülle von verschiedenen Lebensbereichen zu bieten, sagte Schröder.

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Claudia Schröder, Vize-Leiterin des Krisenstabs, hat die von Montag bis zum 31. August geltende Corona-Verordnung vorgestellt. Die Landespressekonferenz in voller Länge. Video (69:05 min)

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 10.07.2020 | 14:00 Uhr

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