Stand: 26.03.2020 20:40 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Land holt Kranke aus Italien und plant Behelfskliniken

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Gesundheitsministerin Reimann kündigte die Aufnahme italienischer Corona-Patienten an.

Niedersachsen wird nach einer Anfrage Corona-Patienten aus Italien aufnehmen. "Wir planen auch italienische Patienten aufzunehmen und zu unterstützen", sagte Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) am Donnerstag in Hannover. "Das ist, finde ich, Teil der europäischen Solidarität, andere Bundesländer machen das auch", so Reimann. Vorläufig gehe es um zehn Patienten. Im Moment verfüge Niedersachsen über 500 freie Intensivbetten. Die Kapazität von derzeit 2.700 Intensivbetten in Niedersachsen werde aktuell massiv erhöht. Unterdessen kündigten auch Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern an, italienische Corona-Intensivpatienten aufnehmen zu wollen.

Italiener werden an der MHH behandelt

Nach Auskunft der Landesregierung hatte sich am vergangenen Wochenende der deutsche Botschafter in Rom mit der Bitte um Unterstützung an das Land Niedersachsen gewandt. Wie es hieß, habe der ehemalige Ministerpräsident Italiens und Ex-Wettbewerbskommissar Mario Monti gefragt, ob einzelne Intensivtherapie-Patienten aus Norditalien in Deutschland behandelt werden könnten. Konkret handelt es sich um Erkrankte aus der Region Lombardei, die in Kürze in der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) behandelt werden. Man fühle sich den Menschen in Italien eng verbunden, teilte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Donnerstag mit. "Niedersachsen kann allerdings angesichts der auch hier stark ansteigenden Fallzahlen leider nicht mehr als zehn Intensivbetten zur Verfügung stellen", schränkte Weil ein.

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201 Infizierte gelten wieder als gesund

Laut Reimann waren am Donnerstag 2.726 Menschen in Niedersachsen am Coronavirus erkrankt, das entspricht einer Zunahme von 413 gegenüber dem Vortag. 354 Personen seien in Krankenhäusern behandelt worden, davon 84 auf Intensivstationen. Künstlich beatmet würden 69 Menschen, darunter seien keine Kinder. 201 Corona-Patienten in Niedersachsen haben nach Angaben der Ministerin die Erkrankung überstanden und gelten als gesund.

Behelfskrankenhäuser unter anderem in Messehallen

Das Land unterstützt Kommunen beim Errichten von Behelfskrankenhäusern für Corona-Patienten. Das hat Bauminister Olaf Lies (SPD) am Donnerstag angekündigt. Hintergrund sei unter anderem die Bitte der Region Hannover, die Messehallen 19 und 20 als Behelfskrankenhaus zu nutzen. Dort sollen zeitnah temporäre Krankenhaus-Kapazitäten mit über 500 Betten entstehen. Um in Krankenhäusern Betten frei zu bekommen, sollen Patienten auch in Reha-Kliniken umziehen, beispielsweise in Bad Nenndorf und Bad Pyrmont.

Nach Absage der Hannover Messe viel Platz

In Behelfskrankenhäusern sollen Corona-Infizierte mit leichten Beschwerden behandelt werden. Auch mit anderen Kommunen sei man in dieser Frage im Gespräch, sagte Lies. Platz für ein solches Behelfskrankenhaus ist auf dem Messegelände reichlich vorhanden, die Hannover Messe ist am Donnerstag für 2020 endgültig abgesagt worden.

Hilfspaket für Wirtschaft und Gesundheit

Am Mittwoch hatte die niedersächsische Landeregierung ein Milliarden-Paket für das Gesundheitswesen und die Wirtschaft auf den Weg gebracht, dem alle anwesenden Abgeordneten des Niedersächsischen Landtags zustimmten. Zudem hat das Land bekannt gegeben, dass zu zentralen Fragen zur Coronavirus-Epidemie eine Hotline für Corona-Fragen geschaltet wird. Unter der Rufnummer (0511) 12 06 00 0 gebe es allgemeine Informationen zum Coronavirus und seinen Folgen, teilte das Innenministerium in Hannover mit.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 26.03.2020 | 15:00 Uhr

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