Stand: 08.09.2020 09:09 Uhr

LKA hilft Ermittlern mit Waffen-Datenbank

Pistolen sind in einer Vitrine des Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen.  Foto: Peter Steffen/dpa
Die Datenbank soll die Identifizierung von illegalen Waffen erleichtern.

Handelt es sich um eine verbotene Waffe oder nicht? Vor dieser Frage stehen Polizei und Justiz immer wieder, wenn zum Beispiel bei Durchsuchungen Gegenstände sichergestellt werden. Dass die Antwort nicht immer leicht fällt, liegt an den Feinheiten des komplizierten Waffenrechts. Dem Gesetz nach ist es ist verboten, Messer mit einhändig feststellbarer Klinge (Einhandmesser) oder feststehende Messer mit einer Klingenlänge von mehr als zwölf Zentimeter zu führen. Eine Pumpgun dagegen ist verboten, wenn sie kürzer als 95 Zentimeter ist. Genauso aussehende Waffen mit Halbautomatik sind es wiederum nicht. Um den Ermittlern die Arbeit in diesem komplizierten Feld zu erleichtern, stellt das Niedersächsische Landeskriminalamt eine Datenbank zur Verfügung, die bundesweit genutzt wird.

Nutzer aus ganz Deutschland

Die Datenbank ist über das Verwaltungsnetz des Bundes abrufbar. Sie gibt Auskunft über Feinheiten des Waffenrechts, über einzelne Waffen und das, was das Waffenrecht zu den verschiedenen Modellen sagt. Zugriff haben alle deutschen Polizeidienststellen, aber auch Behörden wie die niedersächsische Justiz und Staatsanwälte. Immer mehr Anfragen kommen nach Angaben des Landeskriminalamts auch von Waffenbehörden anderer Länder.

Lob von der Polizei Hannover

Nach Einschätzung der Polizei Hannover hilft die Datenbank den Beamten im Einsatz- und Streifendienst und auch später in der Sachbearbeitung dabei, das geltende Waffenrecht richtig anwenden zu können. Auch teils ungewöhnliche Gegenstände, die beschlagnahmt, sichergestellt oder gefunden werden, ließen sich so einordnen und klassifizieren, sagte ein Sprecher.

Startschuss mit Papier-Heft

Simon Sander, Polizeibeamter, Gutachter und Sachverständiger in Ausbildung am kriminaltechnischen Institut des Landeskriminalamts Niedersachsen steht vor einer Vitrine mit Waffen.  Foto: Peter Steffen/dpa
Grundlage der Datenbank ist die Waffensammlung des Landeskriminalamts.

Ihre Ursprünge hat die Datenbank ganz schlicht auf Papier: 1992 kam ein Heft mit dem Titel "Waffengesetz für die Praxis" heraus. 2003 folgte die elektronische Version im Intranet. Mittlerweile umfasst die Datenbank rund 800 Beiträge zu waffenrechtlichen Themen sowie zahlreiche Bilder, die bei der Einordnung von Waffen helfen sollen. Die Zahl der Zugriffe liegt bei rund 200.000 pro Jahr.


08.09.2020 09:02 Uhr

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version dieses Textes haben wir geschrieben, dass "ein Springmesser nur dann illegal ist, wenn die Klinge länger als 8,5 Zentimeter ist". Das ist so nicht korrekt. Richtig ist, dass Springmesser in Deutschland verbotene Gegenstände sind. Ausgenommen sind laut Waffengesetz seitwärts öffnende Springmesser, deren Klingen nicht zweiseitig geschliffen sind und höchstens 8,5 Zentimeter aus dem Griff herausragen. Wir haben die entsprechende Stelle geändert.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional | 07.09.2020 | 17:00 Uhr

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