Kaum Verstöße am Vatertag: Polizei zieht positive Bilanz

Stand: 13.05.2021 20:02 Uhr

Die Appelle und Kontrollen haben sich offenbar ausgezahlt. Am Vatertag musste die Polizei in Niedersachsen nur in wenigen Fällen eingreifen.

"Es sieht recht ruhig aus, ein bisschen scheint Himmelfahrt diesmal auch auszufallen", hieß es bereits am Nachmittag von der Polizeidirektion Hannover. Die Beamten zeigten an beliebten Zielen wie dem Maschsee verstärkt Präsenz, um sich das Verhalten von Ausflüglern anzusehen. "Große Vorfälle hatten wir nicht", sagte ein Sprecher. Am Steinhuder Meer seien die Strände gegen Mittag zur Hälfte ausgelastet gewesen. Größere Ansammlungen von Menschen habe es aber nicht gegeben.

Polizei beendet mehrere Zusammenkünfte

Ein Polizeifahrzeug fährt Christi Himmelfahrt am Maschsee in Hannover entlang. © dpa-Bildfunk Foto: Moritz Frankenberg
An beliebten Ausflugszielen wie dem Maschsee in Hannover war die Polizei verstärkt unterwegs.

In und um Hannover mussten die Beamtinnen und Beamten allerdings einige Treffen auflösen: Auf dem Expo-Gelände hatten sich 14 Personen versammelt, in Laatzen wurden eine Gruppe von 16 Menschen angetroffen. Außerdem ging die Polizei einem Hinweis auf eine größere Zusammenkunft in der Nordstadt nach. Dort seien tatsächlich 20 Personen angetroffen worden, sagte ein Sprecher. Allerdings seien diese allesamt vollständig geimpft gewesen. In Hildesheim müssen ein Wirt und seine Gäste Strafe zahlen, weil 14 Personen an einem Tisch saßen.

Mehrere Platzverweise in Braunschweiger Parks

In Braunschweig erteilte die Polizei mehrere Platzverweise, weil Ausflügler sich in Einzelfällen nicht an das Alkoholverbot im Prinz-Albrecht-Park und im Heidbergpark hielten. Keine Probleme gab es dagegen am Bullensee im Landkreis Rotenburg, wo Bollerwagen-Touren komplett verboten waren. Es sei ausgesprochen ruhig gewesen, sagte ein Sprecher. Diesen Eindruck teilte auch die Polizeidirektion Oldenburg. Die Beamten seien geradezu erstaunt darüber gewesen, wie friedlich es war.

Kontaktbeschränkungen verhindern größere Vatertagstouren

Die klassischen Vatertagstouren mit Bollerwagen waren in diesem Jahr allenfalls in kleiner Runde möglich. Denn Treffen von Personen aus mehr als drei Haushalten sind gemäß der Corona-Regeln aktuell nirgendwo in Niedersachsen erlaubt. In den meisten Regionen dürfen weiterhin sogar nur Angehörige maximal zweier Haushalte gemeinsam etwas unternehmen. Die Polizei hatte die Menschen deshalb schon vorab darum gebeten, sich wegen der Infektionsrisiken auch am Feiertag vorsichtig zu verhalten.

Ausflüge in die Natur als Alternative

Etliche Menschen machten sich deshalb auf die Suche nach Alternativen. So trafen sich zum Beispiel bei Leer in Ostfriesland Vatertags-Ausflügler mit Fahrrad und Bollerwagen. In anderen Regionen gab es Wanderungen durch die Natur. Meldungen über besondere Auffälligkeiten oder Regelverletzungen in größerem Stil wurden jedoch auch hier nicht gemeldet.

Kommunen sorgen mit Alkoholverboten vor

In etlichen Kommunen in Niedersachsen waren vorab örtlich begrenzte Alkoholverbote erlassen worden. So verschärfte zum Beispiel die Gemeinde Wedemark (Region Hannover) die Regeln für die Brücke über die Große Beeke. Diese hatte sich in den vergangenen Jahren zum beliebten Treffpunkt von Heranwachsenden und jungen Erwachsenen entwickelt, die dort den Vatertag begingen. Die Samtgemeinde Uelsen in der Grafschaft Bentheim riet vom "Daudrappen" ab - dem traditionellen morgendlichen Spaziergang über taubedeckte Wiesen, bei dem häufig viel Alkohol fließt. Verbotszonen gab es auch in der Lüneburger Heide - zum Beispiel am Inselsee in Scharnebeck im Landkreis Lüneburg.

Eindringliche Warnung von Pistorius

Innenminister Boris Pistorius (SPD) hatte im Vorfeld des Feiertags mit Blick auf die sinkenden Corona-Zahlen vor Leichtsinn gewarnt. "Himmelfahrt fällt jetzt genau in diese Zeit, wo es auf uns alle noch einmal ankommt", sagte Pistorius. "Mit dieser Perspektive wäre es grob fahrlässig, quasi am Bollerwagen die in Aussicht stehenden Lockerungen zu verstolpern, weil die bestehenden Regelungen missachtet werden und die Inzidenzzahlen in spätestens zwei Wochen wieder steigen."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 13.05.2021 | 18:00 Uhr

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