Stand: 18.03.2019 21:37 Uhr

Irritationen wegen neuer geplanter ICE-Trasse

Die schwarz markierte Linie zeigt die aktuelle ICE-Strecke zwischen Hannover und Bielefeld.

Die Deutsche Bahn möchte ihre Fahrgäste künftig noch schneller zwischen Berlin und Köln befördern. Dafür plant das Unternehmen eine neue ICE-Trasse zwischen Hannover und Bielefeld (Nordrhein-Westfalen). Dort sollen dann ICE mit Tempo 300 fahren können. Die Bahn favorisiert eine Trassenführung entlang der Autobahn 2, wie der Bahn-Beauftragte der Bundesregierung, Enak Ferlemann (CDU) sagte. Noch in diesem Jahr sollen die Details so weit geplant werden, dass 2020 mit den Gesprächen vor Ort begonnen werden kann. Ein Dialogforum mit Bürgern und Kommunen sei dann im kommenden Jahr vorgesehen, so Ferlemann.

Zwei Fernzüge fahren nebeneinander. © NDR

Tempo 300: Neue ICE-Trasse bei Hannover geplant

Hallo Niedersachsen -

Fahrgäste zwischen Köln und Berlin sollen künftig schneller ans Ziel kommen. Die Deutsche Bahn plant eine neue ICE-Trasse zwischen Hannover und Bielefeld. Verlaufen könnte sie an der A2.

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Irritationen im Landkreis Schaumburg

Mehrere Kommunen im Landkreis Schaumburg, wo die neue Bahnstrecke verlaufen soll, kritisierten den Vorstoß: Rodenbergs Samtgemeindebürgermeister Georg Hudalla (CDU) sagte NDR 1 Niedersachsen, er sei irritiert über den Vorschlag. Hudalla verwies auf frühere Äußerungen von Ferlemann: So hatte der Bahn-Beauftragte erst vor zwei Wochen gegenüber dem NDR drei mögliche Varianten für eine schnellere Verbindung benannt. Außer einer neuen Trasse an der A2 und einem Neubau am Mittellandkanal nannte er auch einen Ausbau der bestehenden Strecke als Möglichkeit. Hudalla nannte es unmöglich, verschiedene Varianten, die die Region massiv betreffen, nun im Vorübergehen fallen zu lassen. Verärgert zeigte sich auch Rintelns Bürgermeister Thomas Priemer (SPD): Mit seinen Äußerungen sorge Ferlemann regelmäßig dafür, dass Grundstückseigentümer in Angst und Schrecken versetzt würden, sagte Priemer dem NDR. Auch Nenndorfs Samtgemeinde-Bürgermeister Mike Schmidt (CDU) beklagte, dass die Bürger durch solche Äußerungen verunsichert würden.

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Die Bahn favorisiert eine Trasse neben der A2.
In vier Stunden von Berlin nach Köln

Auf der neuen Trasse sollen ICEs statt der bisherigen Fahrzeit von vier Stunden und 40 Minuten nur noch vier Stunden zwischen Berlin und Köln benötigen. Alle 30 Minuten sollen die Fernverkehrszüge dann auf der Ost-West-Achse verkehren; bisher pendelt der ICE stündlich. Ziel der Bahn sei es, mehr Reisende für die Schiene zu gewinnen und weniger an den innerdeutschen Flugverkehr abzugeben, so Ferlemann.

Bund veranschlagt 1,9 Milliarden Euro

In der Ausbauplanung des Bundes werden für den Ausbau der Strecke knapp 1,9 Milliarden Euro veranschlagt. Vorgesehen war bisher allerdings lediglich eine Erhöhung der Fahrtgeschwindigkeit auf 230 Kilometer pro Stunde. Offen war in diesem Zusammenhang geblieben, ob die bestehende Strecke ausgebaut oder eine neue Trasse von der nordrhein-westfälischen Region PortaWestfalica/Bad Oeynhausen bis nach Hannover gebaut werden soll.

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Hallo Niedersachsen | 18.03.2019 | 19:30 Uhr

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