Die Schriftzüge «Angst vor Armut in einem reichen Deutschland! Stop!» und «Ruhestand genießen? - Nicht in Deutschland» sind auf Plakaten von Demonstranten bei einer vom Sozialverband Deutschland initiierten Demonstration gegen Armut zu lesen. © dpa-Bildfunk Foto: Moritz Frankenberg

Hannover: 200 Menschen gehen gegen Armut auf die Straße

Stand: 17.09.2021 15:27 Uhr

Mehr als 200 Menschen haben am Freitag in Hannover gegen die wachsende Armut auch in Niedersachsen demonstriert. Mit Trillerpfeifen, Luftballons und Transparenten machten sie ihrem Unmut Luft.

Die Demonstranten zogen mit klaren Ansagen durch die Stadt, wie etwa "Kinderarmut ist Familienarmut" und "Ruhestand genießen? Nicht in Deutschland" und forderten "Pflege darf nicht arm machen" sowie "Mehr Jobs für Menschen mit Behinderungen". Denn: Menschen mit Behinderungen suchten länger nach Jobs und seien stärker von Armut bedroht, so Sara Masic vom Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen, der die Demonstration organisiert hat. Die Politik solle endlich zum Handeln bewegt werden. Dazu sei im vergangenen Jahr in Niedersachsen auch die Kampagne "Wie groß ist dein Armutsschatten" ins Leben gerufen worden.

Forderung nach günstigerem Nahverkehr

Nach der Demonstration gab es eine Abschlusskundgebung, auf der auch Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) zu den Protestlern sprach. Außerdem versammelte sich eine politische Talkrunde zum Thema Armutsgefährdung. Auch die Landesarmutskonferenz hatte unlängst dazu aufgefordert, den Kampf gegen Armut in Niedersachsen zu verstärken. In allen Regionen habe sich in der Corona-Krise die Spaltung zwischen arm und reich verschärft, hieß es dort. Zwei der Forderungen: Die Stärkung von kommunalem und genossenschaftlichem Wohnen sowie günstigerer Nahverkehr.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 17.09.2021 | 16:00 Uhr

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Sozialpolitik

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