Stand: 06.04.2018 12:19 Uhr

"Hakenkreuz-Glocke": Polizei ermittelt nun doch

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Vorher - nachher: Mit einem Winkelschleifer sollen die unbekannten Täter das Hakenkreuz entfernt haben.

Der Fall der in Schweringen im Landkreis Nienburg beschädigten "Hakenkreuz-Glocke" ist noch nicht erledigt. Wie Nienburgs Polizei-Sprecher Axel Bergmann NDR.de am Freitag sagte, habe die Staatsanwaltschaft auf gemeinschädliche Sachbeschädigung erkannt. Damit handele es sich um ein Offizialdelikt, so Bergmann, es bestehe ein öffentliches Interesse an der Aufklärung - und zwar "von Amts wegen". Der Kapellenvorstand in Schweringen als Eigentümer der Glocke hatte zuvor mehrheitlich deutlich gemacht, keine Anzeige stellen zu wollen.

Eine Tat für die Dorfgemeinschaft?

Unbekannte Täter hatten das Hakenkreuz auf der Kirchenglocke vergangene Woche vermutlich mit einem Winkelschleifer entfernt. In einem Bekennerschreiben sprachen die Täter vom "Dreck der Nationalsozialisten, der nach 80 Jahren noch drohte, die Dorfbevölkerung zu spalten". Doch nun sei die Glocke "clean". Man wolle sich jetzt in Schweringen wieder auf das Dorfleben konzentrieren und friedvoll eine Dorfgemeinschaft aufbauen. Das Symbol hatte die Menschen in der Gemeinde zuvor monatelang beschäftigt. Zuletzt wurde jedoch entschieden, dass die Glocke zunächst weiter läuten soll. Ein Sachverständiger soll nun die Glocke begutachten, um festzustellen, wie schwerwiegend die Beschädigung ist.

Weitere Informationen

Kirchenvorstand will Hakenkreuz-Glocke behalten

Eine Kirchenglocke mit Nazi-Symbolen in Schweringen soll nicht nur hängen bleiben - sie soll künftig auch wieder läuten. Das hat der Kirchenvorstand der Gemeinde beschlossen. (15.03.2018) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 05.04.2018 | 06:30 Uhr

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