Stand: 01.01.2019 15:14 Uhr

Flughafen Hannover: Autofahrer schweigt zu Motiv

Der 21-Jährige, der am Sonnabend mit dem Auto auf das Vorfeld am Flughafen Hannover gelangt war, schweigt weiter zu seinem Motiv. Das teilte die Staatsanwaltschaft Hannover am Dienstag mit. Der Mann sitzt in Untersuchungshaft. Ein Richter am Amtsgericht hatte am Sonntag Haftbefehl erlassen. Laut Drogen-Schnelltest stand der Autofahrer unter dem Einfluss von Kokain und Amphetaminen.

Tor am Flughafengelände.

Auto auf Flugfeld löst Sicherheitsdebatte aus

Hallo Niedersachsen -

Am Sonnabend konnte ein Mann mit seinem Auto direkt auf das Flughafengelände von Hannover gelangen. Wie war das trotz Sicherheitsvorkehrungen überhaupt möglich?

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Autofahrer leistete Widerstand

Der Mann war am Sonnabend gegen 15.30 Uhr nach Erkenntnissen der Ermittler durch ein zuvor geschlossenes Tor mit seinem Wagen auf das Flughafengelände gelangt. "Derzeit wird noch untersucht, wie der Tatverdächtige das verschlossene Tor überwinden konnte", teilte Polizeisprecher André Puiu am Sonntag mit. "Momentan spricht vieles dafür, dass er es gewaltsam mit seinem Pkw geöffnet hat." Anschließend hat er auf dem Flughafen-Gelände eine Schranke durchbrochen und ist mit dem Auto aufs Vorfeld gefahren. Eine Streife der Bundespolizei verfolgte den Autofahrer bis zu einem mit 172 Fluggästen besetzten Airbus 320 einer griechischen Airline, der direkt zuvor gelandet war. Dort stellten ihn Beamte der Bundespolizei in seinem Fahrzeug. Der Mann habe Widerstand geleistet, hieß es. Verletzt wurde niemand.

Großeinsatz am Airport: Auto fährt auf Vorfeld

Kein Sprengstoff im Auto

Wie die Polizei am Sonntag erneut bekräftigte, gibt es "keinerlei Hinweise auf etwaige terroristische Hintergründe". Fachleute hatten das Auto auf Sprengstoffe untersucht, jedoch nichts gefunden. Der 21-Jährige stamme aus Polen und habe bereits in der Vergangenheit gegen das Betäubungsmittelgesetz verstoßen, sei anderweitig aber nicht polizeilich in Erscheinung getreten.

"Hat es in der Geschichte des Flughafens noch nicht gegeben"

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Gegen 15.30 Uhr fährt der Autofahrer am Sonnabend aufs Flughafengelände. Nach langer Untersuchung unter anderem auf Sprengstoffe kann sein Wagen am Abend abtransportiert werden.

"So einen Vorfall hat es in der gesamten Geschichte des Flughafens noch nicht gegeben", sagte Geschäftsführer Raoul Hille. Flugzeuge, die in der Luft waren, wurden in andere Städte umgeleitet. Eine aus München kommende Maschine etwa landete in Bremen, in Hamburg kamen Flugzeuge aus Palma, Teneriffa und Istanbul an, die in Hannover hätten landen sollen. Die Sicherheitsbereiche des Flughafens wurden zudem geräumt und Teile eines Terminals gesperrt. Tausende Passagiere harrten am Flughafen aus. Insgesamt seien deutlich weniger Verbindungen von dem Vorfall betroffen gewesen als zunächst angegeben, sagte eine Sprecherin am Sonntag. Man habe fünf Landungen und vier Starts gestrichen, acht Maschinen flogen mit Verspätung ab. Kurz nach 20 Uhr konnte der Flugbetrieb wieder anlaufen.

Folgen für Sicherheitskonzept?

Noch ist unklar, ob der Vorfall Konsequenzen für das Sicherheitskonzept des Flughafens hat. Erst im Sommer hatte die Bundespolizei gemeinsam mit anderen Behörden und Partnern den Sicherheitsplan unterzeichnet. Dieser solle fortlaufend optimiert werden, hieß es. Aus Sicht der Bundespolizei hat das Konzept am Sonnabend funktioniert, der Autofahrer sei schnell gestoppt worden. Im Bereich des Vorfelds seien stets Bundespolizisten im Einsatz, erklärte Sprecher Jörg Ristow: "Es wurde sofort die Verfolgung aufgenommen." Dass eine Person auf das Vorfeld gelange, sei niemals vollständig auszuschließen, hieß es.

Der Flughafen Hannover-Langenhagen bietet innerdeutsche und internationale Flugverbindungen an. Die in Hannover beheimatete Fluggesellschaft TUIfly fliegt von dort zahlreiche Ziele an.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 30.12.2018 | 17:00 Uhr

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