Stand: 07.11.2016 16:30 Uhr

Erneut Missbrauchsvorwurf gegen Bischof

Das Münchner Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP) untersucht im Auftrag des Bistums Hildesheim die Missbrauchsvorwürfe eines ehemaligen Messdieners gegen den verstorbenen Bischof Heinrich Maria Janssen. Janssen soll Ende der 1950er- bis Anfang der 1960er-Jahre den Jungen regelmäßig sexuell missbraucht haben. Nun hat sich ein mögliches zweites Opfer an die Forscher gewandt. Ein Sprecher des IPP in München bestätigte dem NDR, dass sich ein Mann gemeldet habe, der in dem Fall Angaben machen wolle. Man werde mit dem Mann Gespräche führen. Was der Mann den Gutachtern bei der ersten Kontaktaufnahme gesagt hat, wollte das IPP nicht kommentieren. Die "Hildesheimer Allgemeine Zeitung" berichtet in ihrer Ausgabe vom Montag, dass sich der Mann auch an die Redaktion gewandt habe.

Aufruf an mögliche weitere Opfer

Laut dem Bericht habe der Mann erklärt, dass er 1965 von dem Bischof einmal unsittlich berührt worden sei. Er habe das als sexuellen Übergriff empfunden. Weiter heißt es, dass der Mann damals Ministrant gewesen sei. Das Bistum Hildesheim wollte sich zu dem neuen Vorwurf nicht äußern. Die Forscher in München hätten einen Auftrag, die konkreten Ergebnisse würden abgewartet, teilte die Pressestelle mit. Sowohl das Münchener Institut als auch das Bistum Hildesheim erklärten auf Nachfrage, es gebe derzeit keinen offiziellen Aufruf an weitere mögliche Opfer, sich zu melden. Dies hatte zuvor die Nachrichtenagentur dpa berichtet. Das IPP präzisierte gegenüber dem NDR, es werde aber in den kommenden Wochen einen solchen Aufruf über das Internet geben.

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Ein Institut soll die Rolle des Bistums Hildesheims nach den Missbrauchsvorwürfen gegen einen Ex-Bischof und einen Priester aufklären. Mitte 2017 wird mit Ergebnissen gerechnet. (16.08.2016) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 07.11.2016 | 16:00 Uhr