Stand: 22.03.2020 08:21 Uhr

Corona: Stichwahl in Hameln-Pyrmont verschoben

Eine Foto-Collage zeigt Torsten Schulte und Dirk Adomat im Porträt. © BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Kreisverband Hameln-Pyrmont/SPD
Die Stichwahl zwischen Dirk Adomat (SPD, rechts) und Torsten Schulte (Grüne) wird wegen des Coronavirus verschoben.

Am vergangenen Wochenende hatte sich die Verwaltung im Landkreis Hameln-Pyrmont noch darauf verständigt, an der Stichwahl am 22. März wie geplant festzuhalten. Doch schon am Montag wurde dann angesichts der aktuellen Corona-Lage wieder anders entschieden: Die Stichwahl wird aufgrund der besonderen Situation ausschließlich per Briefwahl und erst am 5. April durchgeführt. "Damit können eine Vielzahl von besorgten Wahlhelferinnen und Wahlhelfern von Ihrem Ehrenamt für die Landratswahl entbunden werden", so Kreiswahlleiter Andreas Pachnicke.

Briefwahlunterlagen kommen automatisch

Alle Wahlberechtigten erhalten ab dem 23. März automatisch die persönlichen Briefwahlunterlagen von der jeweils zuständigen Stadt- bzw. Gemeindeverwaltung des Wohnortes. Für Wählerinnen und Wähler, die bereits per Briefwahl teilgenommen haben, behält die Stimmabgabe für die Stichwahl am 5. April weiterhin Gültigkeit und wird entsprechend berücksichtigt. "Die Ermittlung der Ergebnisse sind selbstverständlich öffentlich", so Pachnicke. Er bittet schon jetzt darum, "beim Besuch eines Briefwahlvorstandes die Hygieneregeln sowie die Einhaltung des Mindestabstandes von 75 Zentimetern dringend einzuhalten."

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Zwei Kandidaten für Stichwahl

Die Stichwahl ist nötig, weil keiner der vier Kandidaten mehr als die absolute Mehrheit der Stimmen holte. Mit dabei sind der SPD-Kandidat Dirk Adomat sowie Torsten Schulte (Grüne): Adomat, der laut Wahlkampf-Slogan "Landrat für alle" sein will, kam auf 34,02 Prozent. Grünen-Kandidat Schulte, der bereits 2013 als Landratskandidat angetreten war, erreichte 32,04 Prozent der Stimmen.

Wahlbeteiligung bei 40 Prozent

Stefan Wittkop (CDU) belegte bei der Wahl mit 24,95 Prozent den dritten Platz, gefolgt von Christopher Emden (AfD) mit knapp 9 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 40,5 Prozent. Rund 120.000 Menschen waren insgesamt zur Wahl aufgerufen. Die Wahl war nötig geworden, weil Vorgänger Tjark Bartels (SPD) im vergangenen Herbst aus dem Amt ausgeschieden war.

Erste Vorsichtsmaßnahmen wegen Corona

Wegen des Coronavirus waren schon beim ersten Wahlgang in den Wahllokalen besondere Vorsichtsmaßnahmen ergriffen worden. Um ausreichend Abstand zwischen Wählern und Wahlhelfern zu gewährleisten, sollten vor den Wahlhelfern zwei Tischreihen aufgebaut werden, wie eine Sprecherin des Landkreises mitteilte. Empfohlen wurde auch, zur Wahl den eigenen Kugelschreiber mitzubringen.

Nach Lügde: Landrat Bartels gibt Amt auf

Der bisherige Landrat Tjark Bartels (SPD) war im Oktober wegen Dienstunfähigkeit in den Ruhestand versetzt worden. Kurz zuvor hatte er seinen Rücktritt aufgrund einer Burn-out-Erkrankung angekündigt. Der Landrat hatte im Zusammenhang mit dem massenhaften Kindesmissbrauch in Lügde nahe Bad Pyrmont viel Kritik einstecken müssen. Mehrfach räumte Bartels Fehler seiner Behörde ein. Die Reaktionen vor allem im Internet dürften einen großen Anteil an seinem Rückzug gehabt haben: Als er diesen ankündigte, kritisierte Bartels den Umgangston in sozialen Medien. Politiker seien Beschimpfungen, auch in übler Form, gewohnt. "Auch ich habe das jahrelang ausgehalten. Im Fall Lügde war meine Grenze deutlich überschritten", erklärte Bartels. Er war von Oktober 2013 bis 2019 Landrat von Hameln-Pyrmont.

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