Zwei symbolische Darstellungen des Coronavirus in unterschiedlichen Farben. © PantherMedia Foto: imilian

Corona-Mutation: Region Hannover verschärft Quarantäne

Stand: 08.02.2021 16:31 Uhr

Die Corona-Mutation B.1.1.7 ist laut einer Analyse in der Region Hannover auf dem Vormarsch. Die Kommune reagiert - mit einer erhöhten Quarantänezeit für Kontakte ersten Grades und PCR-Tests an Schulen.

"Im Moment können wir bei keinem Fall ausschließen, dass es sich um eine Mutation handelt", sagte Andreas Kranz, Leiter des Fachbereichs Öffentliches Gesundheitswesen der Region Hannover. Daher werde ab sofort die Quarantänezeit für alle Kontaktpersonen ersten Grades (K1) in der Region Hannover von bisher zehn auf 14 Tage hochgesetzt. Ein Freitesten durch einen Schnelltest nach zehn Tagen sei zudem bis auf Weiteres nicht mehr möglich. "Wenn wir bessere Analysemöglichkeiten haben, können wir differenzierter vorgehen", sagte Kranz. Solange noch nicht alle Labore in der Lage seien, auch kurzfristig einen relevanten Teil der Proben auf Mutationen zu untersuchen, müsse man die Gesamtstrategie anpassen.

Zusätzliche Maßnahme an Schulen

Zusätzliche Maßnahmen gelten ab sofort an den Schulen in der Region Hannover: Sobald dort eine Coronavirus-Infektion festgestellt wird, soll für alle K1-Kontakte ein PCR-Test organisiert werden. Positiv vorliegende Befunde sollen anschließend, soweit möglich, auf eine eventuelle Mutation überprüft werden, hieß es. "Das ist eine Vorsichtsmaßnahme, bis wir mehr über die tatsächlichen Risiken wissen, die die neuen Virusformen mit sich bringen", sagte Cora Hermenau, Gesundheitsdezernentin der Region Hannover.

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Britische Variante bei 32 von 74 Proben nachgewiesen

Die Region Hannover kommt eigenen Angaben von Montag zufolge bislang auf 137 nachgewiesene Fälle mit der britischen Virusmutation B1.1.7. Ein bereits vor zwei Wochen erfolgtes sogenanntes Screening von positiven Proben lässt die Behörde allerdings davon ausgehen, dass der Anteil der Virusmutation am Infektionsgeschehen in der Region signifikant erhöht ist. Von 74 untersuchten Proben sei in 32 Fällen die britische Virusmutationen B1.1.7 nachgewiesen worden. Zudem wurden zwei weitere Fälle anderer Mutationen entdeckt. Diese sollen nun näher untersucht werden müssen. "Wir müssen annehmen, dass sich der Anteil der Mutationen deutlich im zweistelligen Prozentbereich bewegt", sagte Hermenau.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 09.02.2021 | 07:30 Uhr

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