Stand: 24.10.2019 11:13 Uhr

Brand in Entsorgungsbetrieb zerstört alte Hallen

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Die Hallen des Entsorgungsbetriebs gehörten einst zur Zeche Georgschacht in Stadthagen. Das Unternehmen lagerte dort Altpapier und Folien.

Mitunter 300 Feuerwehrleute waren in der Nacht im Einsatz, um einen Großbrand bei einem Entsorgungsunternehmen in Stadthagen (Landkreis Schaumburg) unter Kontrolle zu bekommen. Das Feuer war am Abend auf dem Gelände an der früheren Zeche Georgschacht ausgebrochen, wie die Polizei NDR 1 Niedersachsen sagte. Vier der historischen Werkstatthallen gingen in Flammen auf. Am Vormittag löschten die Einsatzkräfte demnach noch einige Glutnester. Die Brandursache war zunächst unklar. Auch zur Schadenshöhe gab es noch keine Angaben.

Messungen der Feuerwehr: Keine Schadstoffe in der Luft

Es sei den Einsatzkräften relativ schnell gelungen, das Feuer auf die Hallen einzugrenzen, sagte Stadthagens Bürgermeister Oliver Theiß. Die nächsten Wohnhäuser seien etwa 100 Meter entfernt. Sie seien nicht gefährdet gewesen. Weil zunächst dichter schwarzer Rauch aufstieg, wurden die Anwohner gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten. In den Hallen wurden laut einem Unternehmenssprecher rund 50 Tonnen Altpapier und 40 Tonnen Kunststofffolien gelagert. Die Kreisfeuerwehr Schaumburg war mit einem Messtrupp vor Ort. Der habe keine gefährlichen Schadstoffe in der Luft feststellen können, so ein Feuerwehrsprecher.

Georgschacht einzigartiges Industriedenkmal

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Vor dem Brand: Die Kohlenkirche mit den fünf Werkstatthallen. (Archivbild)

Die insgesamt fünf Werkstatthallen auf dem Gelände des ehemaligen Bergwerks sind in der Zeit von 1913 bis 1938 errichtet worden. Sie gehören zu einem einzigartigen Industriedenkmal. Die Zeche Georgschacht auf dem Gelände wurde 1960 geschlossen. Seitdem verfallen die Gebäude, einige sind schon abgerissen. Der niedersächsische Kulturminister Björn Thümler (CDU) hatte sich Ende August ein Bild von der Lage vor Ort gemacht und zugesagt, sich zumindest für den Erhalt der sogenannten Kohlenkirche auf dem Gelände einzusetzen. "Es gibt keinen Zweifel daran, dass die Kohlenkirche eine bauhistorische Bedeutung für ganz Niedersachsen hat", sagte Thümler. Die Kohlenkirche von 1905 ist der architektonisch bedeutendste Bau der Zeche. Neben aufwendig gestalteten Waschräumen für die Bergarbeiter gab es in dem Gebäude auch einen Verwaltungstrakt. Die Kohlenkirche blieb nach bisherigen Erkenntnissen vom Brand unberührt.

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Dieses Thema im Programm:

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