Stand: 03.12.2019 17:10 Uhr

Betrug: Lange Haftstrafen für falsche Polizisten

Einem Angeklagten werden die Handschellen abgenommen. © dpa Bildfunk Foto: Julian Stratenschulte
Die Angeklagten, sechs Männer und eine Frau, wurden vom Landgericht Hannover wegen Bandenbetrugs verurteilt.

Das Landgericht Hannover hat am Dienstag eine Betrügerbande zu langen Haftstrafen verurteilt. Fünf angeklagte Männer sowie eine Frau müssen unter anderem wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs für drei bis zehn Jahre in Haft. Ein ebenfalls angeklagter sechster Mann wurde wegen Beihilfe zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Die mutmaßlichen Täter waren in insgesamt 22 Fällen angeklagt und sollen zwischen Mai 2017 und September 2018 mehr als 700.000 Euro erbeutet haben - davon allein 130.000 Euro bei einem Mann aus Hameln, dem sie Bargeld und zwei Goldbarren abnahmen.

"Rücksichtloses Gewinnstreben"

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Opfer aus rücksichtslosem Gewinnstreben um ihr Vermögen gebracht worden waren. Die Bande habe sich ganz bewusst ältere, leichtgläubige Menschen ausgesucht, so ein Gerichtssprecher weiter. Darüber hinaus seien sie bei den Taten "perfekt strukturiert" vorgegangen.

Vermögen wird teilweise eingezogen

Die Ermittler waren den Männern nach einem Raubüberfall auf einen Mann in Bad Pyrmont auf die Spur gekommen. Ein Angeklagter wusste, dass der Mann sehr viel Gold besitzt, weil er bei einem Umzug geholfen hatte. Mit Hilfe von Telefonüberwachung konnte dann die Bande falscher Polizisten gefasst werden, die das Geld stets in Bremen teilte. Aus dem Vermögen einiger Angeklagter werden mehrere Hunderttausend Euro eingezogen, ordnete das Gericht an.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 03.12.2019 | 06:30 Uhr

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