Stand: 28.06.2019 11:45 Uhr

Bahlsen: Konsequenzen aus Zwangsarbeiter-Debatte

Verena Bahlsen lächelt bei einem Pressedinner. © dpa-Bildfunk Foto: Monika Skolimowska/ZB/dpa
Unternehmenserbin Verena Bahlsen hatte die Debatte mit früheren Äußerungen ausgelöst.

Auch kurz vor dem 130. Firmenjubiläum am 1. Juli knabbert der Kekshersteller Bahlsen weiter an der Aufarbeitung der eigenen Firmenhistorie während des Zweiten Weltkriegs. Werner M. Bahlsen von der Eigentümer-Familie kündigte nun an, dass das Unternehmen aus der Zwangsarbeiter-Debatte Konsequenzen ziehen möchte. "Wir möchten nicht nur wissen, was damals passiert ist, sondern auch darüber sprechen, welche Lehren wir daraus ziehen." Die Geschichte der Zwangsarbeiter bei Bahlsen nicht aufzuarbeiten, sei ein Fehler gewesen. Daraus habe man gelernt, sagte der Firmenchef.

Verena Bahlsen soll sich "intensiv" um Fragen kümmern

In der Konsequenz soll die Frage nach den Werten eines verantwortlichen Unternehmertums sowie die Aufstellung der Gruppe für die Zukunft künftig eine Rolle spielen, kündigte Werner M. Bahlsen an. Seine Tochter Verena soll dabei offenbar eine zentrale Rolle einnehmen. "All das sind Fragen, mit denen sich besonders auch Verena intensiv auseinandersetzt", betonte Bahlsen. Hintergrund sind frühere Äußerungen der Unternehmenserbin, die für Empörungen gesorgt hatte. Im Mai hatte die 26-Jährige in einem Interview gesagt, dass die NS-Zwangsarbeiter bei Bahlsen gut behandelt worden seien. Ein paar Tage später entschuldigte sich die Unternehmenserbin. Das Unternehmen kündigte zudem an, dass ein Göttinger Historiker die Firmengeschichte aufarbeiten soll.

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Die Brezelmänner, ein Wahrzeichen am Stammhaus. © NDR/doc.station GmbH

Bahlsen kooperierte wohl auch mit der SS

Nach den Äußerungen von Verena Bahlsen zur Firmengeschichte des Keksherstellers aus Hannover kommen weitere Details ans Licht. Offenbar kooperierte das Unternehmen auch mit der SS. (21.05.2019) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 01.07.2019 | 08:00 Uhr

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