23-Jährige ermordet: Lebenslange Haft für Stalker

Stand: 18.02.2021 13:01 Uhr

Das Landgericht Hannover hat einen 35-Jährigen wegen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Der Angeklagte hatte im Januar 2020 eine 23-Jährige erstochen.

Das Gericht folgte mit dem Strafmaß der Forderung der Staatsanwaltschaft. Der Vorsitzende Richter stellte zudem die besondere Schwere der Schuld fest. Der 35-Jährige aus Dessau (Sachsen-Anhalt) kann somit nicht vorzeitig aus der Haft entlassen werden. Wie NDR 1 Niedersachsen berichtet, nahm er das Urteil kopfschüttelnd und mit gesenktem Blick entgegen.

Opfer gestalkt und terrorisiert

Der Mann hatte die Frau 2017 bei einem Nebenjob kennengelernt und sich in sie verliebt. Als sie seine Gefühle nicht erwiderte, fing er an, sie zu stalken. Er hackte ihr Smartphone und befestigte einen Peilsender am Auto ihrer Mutter, das auch die Frau fuhr. Außerdem legte er im Internet mindestens 50 gefälschte Profile der 23-Jährigen mit freizügigen Bildern an und terrorisierte sie mit Telefonanrufen.

Richter: "Höchst verstörende Tat"

Anfang 2020 brach der 35-Jährige dann in ihre Wohnung in der hannoverschen Südstadt ein. Dort wartete er stundenlang auf sie und tötete die überraschte Frau in ihrem Badezimmer mit einem Klappmesser. Dabei wurde die Halsschlagader durchtrennt, außerdem schlug er auf sie ein. Der Richter bezeichnete die Tat als "höchst verstörend". Einen Tag nach dem Verbrechen stellte sich der Mann in Dessau der Polizei.

Verteidiger plädierte auf Totschlag

Der Angeklagte hatte während des Prozesses vor dem Landgericht geschwiegen, die Tat aber zuvor gegenüber der Polizei und später auch gegenüber einem Gutachter gestanden. Sein Verteidiger forderte neun Jahre Gefängnis wegen Totschlags. Sein Mandat sei besessen davon gewesen, am Leben der 23-Jährigen teilzuhaben, sagte er in seinem Plädoyer. Er habe sie aber nicht töten wollen.

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An einem Gebäude hängt ein Schild mit der Aufschrift Landgericht Hannover. © NDR Foto: Julius Matuschik

Mordprozess: Angeklagter schweigt zum Auftakt

Vor dem Landgericht Hannover hat der Prozess gegen einen 35-Jährigen begonnen. Ihm wird vorgeworfen, eine Frau in der Südstadt erstochen zu haben. Der Angeklagte schwieg am Freitag. (03.07.2020) mehr

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Das Rathaus am Maschsee. © NDR Foto: Julius Matuschik
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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 18.02.2021 | 12:00 Uhr

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