Stand: 01.09.2016 21:02 Uhr

VW-Zulieferer klagen über sinkende Margen

Der Zulieferstreit bei Volkswagen ist beigelegt, doch es gibt Nachwehen. In erster Linie bei den Zulieferern, wie am Donnerstag bei einem Treffen in Hannover deutlich wurde. "Für viele Zulieferer ist es kaum noch attraktiv, mit VW zusammenzuarbeiten bei diesen Margen", sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbands Niedersachsenmetall, Volker Schmidt im Hinblick auf geringe Abnahmepreise. Sein Verband vertritt viele der niedersächsischen Automobilzulieferer.

"Stabile Beziehung" - aber auch wettwerbsfähig

Eine wachsende Unsicherheit haben mehrere Betriebe konstatiert - und das seit Anfang des Jahres. Bei Volkswagen selbst sieht man das alles ein bisschen anders. Man arbeite seit vielen Jahren "eng und gut" zusammen, heißt es aus Wolfsburg. Eine Volkswagen-Sprecherin sagte: "Langfristige und stabile Lieferanten-Beziehungen liegen ausdrücklich in unserem Interesse." Allerdings betonte sie auch: "Dabei müssen alle Beteiligten im Wettbewerb bestehen können."

Lies fordert Verlässlichkeit

Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) sieht sich als Mittler in dieser Frage. Er war auch bei dem Treffen in Hannover, bei dem sich Vertreter von etwa einem Dutzend Betrieben austauschten. Wichtig sei es, jetzt nicht die Kosten weiter zu drücken, sondern die Zulieferindustrie als Innovationstreiber mit Volkswagen auf Augenhöhe zu halten, so Lies, der auch im Aufsichtsrat von Volkswagen sitzt. "Was wir brauchen, ist Verlässlichkeit", sagte er.

Nach dem tagelangen Streit mit zwei Zulieferfirmen inklusive Produktionsausfall hatte VW-Konzernchef Matthias Müller angekündigt, dass der Autoproduzent seine Lieferantenverträge durchleuchten werde. In Niedersachsen arbeiten mit 130.000 Mitarbeitern in etwa 750 Firmen mehr Menschen bei Zulieferern als bei VW selbst.

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Aktuell | 01.09.2016 | 18:00 Uhr

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