Stand: 16.12.2019 06:00 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Tief "Wilfried" sorgt für Sturmflut und viele Einsätze

Sturmtief "Wilfried" hat den Norden am Wochenende ordentlich durchgepustet. An den Küsten gab es mit fast 100 km/h teilweise schwere Sturmböen, im Harz sogar orkanartige Böen bis 115 km/h. An einigen Orten der nordfriesischen Küste und in Hamburg kam es zu einer Sturmflut: In Husum wurde das mittlere Hochwasser um 2,40 Meter überschritten, im Eidersperrwerk um 2,12 Meter und in Dagebüll um 2,06 Meter. In Hamburg sei der Scheitel gegen 18.20 Uhr mit 1,81 Meter über dem mittleren Hochwasser in St. Pauli erreicht worden, sagte Ludwig Schenk vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) am Sonntagabend. Auch von der ostfriesischen Küste und aus dem Wesergebiet wurde mit einem Anstieg von einem Meter ein deutlich höherer Wasserstand als üblich gemeldet. In der Nacht zu Montag beruhigte sich das Wetter. Sturmfluten werden nach BSH-Angaben nicht mehr erwartet.

Sturmtief "Wilfried" pustet im Norden

Sturmbedingte Feuerwehreinsätze

Schäden gab es vor allem in Schleswig-Holstein: Dort sorgte der Sturm für mehr als 270 Feuerwehreinsätze. Im Kreis Steinburg stürzten Bäume auf geparkte Autos. Auch im Kreis Bad Segeberg rückten Feuerwehrleute unter anderem wegen umgestürzter Bäume und herabgefallener Äste aus. Zu Behinderungen kam es auch im schleswig-holsteinischen Zugverkehr: Nach Angaben der Bahn mussten auf mehreren Strecken die Gleise wegen umgefallener Bäume zeitweise komplett gesperrt werden.

Die Nordsee-Fähren konnten wegen des heftigen Windes am Nachmittag zum Teil gar nicht fahren und fielen aus. In Dagebüll wurde nach Angaben von Bürgermeister Kurt Hinrichsen ein Auto zerstört, das im Halteverbot auf der Mole geparkt gewesen sei. Der Anleger für die Schiffe nach Föhr und Amrum stand zu großen Teilen unter Wasser.

Die Hamburger Feuerwehr meldete bis zum Abend rund 50 wetterbedingte Einsätze. Es seien Äste abgebrochen und Bäume umgeknickt. Auch Bauzäune oder Baugerüste wurden in unterschiedlichen Stadtteilen umgeweht. Verletzt wurde niemand.  

Im Harz kommt zum Sturm noch der Schnee

Auch im Oberharz war es ungemütlich. In der Region rund um den Brocken gab es orkanartige Böen mit bis zu 115 Kilometern pro Stunde. Begleitet wurden sie von Regen, Schnee und Graupelschauern. Schäden wurden bislang nicht gemeldet.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 14.12.2019 | 08:00 Uhr

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