Stand: 30.07.2019 20:47 Uhr

Institut: Erschossene Wölfin wurde gequält

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Die in Wittingen gefundene erschossene Wölfin ist offenbar kurz vor ihrem Tod gequält worden.

Gut eine Woche nach dem Fund des Kadavers einer jungen Wölfin in Wittingen (Landkreis Gifhorn) liegt ein erster Obduktionsbericht vor. Wie das niedersächsische Umweltministerium am Montag mitteilte, geht daraus hervor, dass, wie bereits angenommen, eine Schussverletzung Ursache für das Verenden des Tieres war. Die Untersuchungen des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin belegen offenbar auch, dass das Tier gequält wurde. Der Wölfin sei kurz vor dem Tod ein Draht durch die Pfote gezogen worden, heißt es in dem Bericht.

Dreifach um den Hals gelegte Drahtschlinge

Der Kadaver des Tieres war Mitte Juli im Elbe-Seiten-Kanal gefunden worden. Der Polizei zufolge hatten der oder die Täter versucht, das Tier mit einer Metallschlinge und einem schweren Gegenstand im Kanal zu versenken. Auf einem vom Ministerium verbreiteten Foto ist der tote Wolf mit dem Draht um den Hals zu sehen. Das Leibniz-Institut sprach von einer dreifach um den Hals gelegten Drahtschlinge.

Lies: Täter "völlig skrupellos"

Umweltminister Olaf Lies (SPD) übte erneut scharfe Kritik an der Erschießung und Misshandlung des Tieres. "Die illegale Tötung dieser Wölfin zeigt, dass der oder die Täter völlig skrupellos sind." Die Tat zeuge darüber hinaus von einer schwer vorstellbaren Grausamkeit. "Beides ist nicht hinnehmbar", sagte Lies.

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Beim Leibniz-Institut in Berlin sind weitere Untersuchungen des Kadavers vorgesehen. Dabei sollte unter anderem festgestellt werden, wie groß, schwer und alt die Wölfin war. Die Berliner Experten sollen auch feststellen, ob sie die Wölfin einem Rudel zuordnen können. Sollten etwaige Geschosspartikel gefunden werden, erhält sie die zuständige Staatsanwaltschaft, hieß es zuvor. Ein abschließendes Ergebnis wird Mitte August erwartet.

Wolfsschützer erhöhen Belohnung

Die Polizei in Wittingen hat bislang keinerlei Hinweis auf die Täter erhalten. Das teilte ein Polizeisprecher am Montag mit. Der Verein Wolfsschutz-Deutschland hat unterdessen seine ausgesetzte Belohnung zur Ergreifung der Täter für die Tat in Niedersachsen und eine ähnliche Tat in Brandenburg von 4.000 auf 11.000 Euro erhöht.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 29.07.2019 | 19:00 Uhr

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