Stand: 07.09.2018 16:15 Uhr

Harzwasserwerke planen für Doppeltrockenjahr

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Die Sösetalsperre ist aktuell nur noch zu gut einem Drittel gefüllt. Die Trinkwasserabgabe Richtung Norden ist deshalb in dieser Woche stark gedrosselt worden.

In diesem Jahr hat es in Niedersachsen zu wenig geregnet, und die Harzwasserwerke gehen auch für die kommenden Monate von zu wenig Niederschlag aus. Daher rüstet sich Niedersachsens größter Wasserversorger für eine lang anhaltende Trockenheit. Im schlechtesten Fall gehen die Harzwasserwerke von einem sogenannten Doppeltrockenjahr aus, also einem weiteren Jahr mit deutlich unterdurchschnittlichen Niederschlagsmengen. "Wir bereiten uns jetzt für den Ernstfall vor", sagte Christoph Donner, Technischer Geschäftsführer der Harzwasserwerke, am Freitag in Hildesheim. Um die Trinkwasserversorgung von rund zwei Millionen Menschen in Niedersachsen weiterhin zu gewährleisten, sei bereits Anfang der Woche die Abgabe aus der Sösetalsperre in Richtung Norden gedrosselt worden, so Donner. Stattdessen werde ersatzweise Trinkwasser aus der besser gefüllten Granetalsperre entnommen.

Nahezu ausgetrocknets Flussbett.

Dürre: Harzwasserwerke sorgen vor

Hallo Niedersachsen -

Reaktion auf die Trockenheit: Die Harzwasserwerke bereiten sich auf den Ernstfall vor. Kurzfristig wurde die Abgabe von Trinkwasser aus der Sösetalsperre Richtung Norden gedrosselt.

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Sorgenkind Sösetalsperre

Die Sösetalsperre ist mit einem Füllstand von aktuell nur noch 36,2 Prozent besonders von der lang anhaltenden Trockenzeit betroffen. Durch die Drosselung Richtung Norden um 150 Liter pro Sekunde könne man die Ressourcen dieses Wasserreservoirs auf den Süden Niedersachsens konzentrieren, erklärte Donner. Gleichzeitig werde ein Teil des UNESCO-Welterbes "Oberharzer Wasserwirtschaft" dazu genutzt, zusätzlich Zuflüsse in die Sösetalsperre umzuleiten. Auch mittelfristig gebe es Überlegungen, wie viel Wasser aus der Wasserwirtschaft für die Talsperren gewonnen werden könne, sagte Donner. Er betonte, es handele sich bei allen Aktionen um Vorsichtsmaßnahmen, um die Versorgungssicherheit selbst im ungünstigsten Fall aufrechterhalten zu können.

Klimawandel verlangt Anpassungen

Im Oberharz sind nach Auskunft der Harzwasserwerke im Zeitraum von Februar bis Juli 297 Millimeter Niederschlag gemessen worden. Damit sei dieser Zeitraum der trockenste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen der Harzwasserwerke im Jahr 1857. Im Juli sind demnach nur 19 Millimeter an der Messstation in Clausthal-Zellerfeld im Harz verzeichnet worden. Er sei damit der zweitrockenste seit 1857. Im Gegenzug wurden im Juli mehr als zehn Millionen Kubikmeter Trinkwasser ausgeliefert. Im Juli 2017 waren es nur 7,7 Millionen Kubikmeter Trinkwasser. Den Geschäftsführer der Wasserwerke, Renke Droste, bereiten die Zahlen Sorge: "Der Klimawandel führt uns immer deutlicher vor Augen, dass wir uns als Harzwasserwerke und als Wasserwirtschaft in Niedersachsen an die neue Situation anpassen müssen."

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 06.09.2018 | 08:00 Uhr

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