Stand: 14.03.2018 10:56 Uhr

Demokratieforschung in Göttingen wohl gesichert

Das Göttinger Institut für Demokratieforschung soll seinen bisherigen Schwerpunkt behalten. Das hat die Spitze der Universität Göttingen nach massivem politischem Druck entschieden, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet. Die Uni rückt demnach von ihrem ursprünglichen Plan ab, die Institutsleitung einem Wirtschaftshistoriker zu übertragen - damit wäre die komplette Neuausrichtung der renommierten Forschungseinrichtung verbunden gewesen. Unklar ist derzeit noch, wie das Institut personell ausgestattet wird und ob es im selben Umfang wie bisher arbeiten kann. In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass das Institut momentan keine neuen Forschungsaufträge annehmen darf und befristete Verträge auslaufen. Die Mitarbeiter hatten befürchtet, die Einrichtung könne vor dem Aus stehen.

Suche nach neuem Institutsleiter läuft

Auch künftig soll sich das Institut mit Parteien- und Demokratieforschung beschäftigen, teilte die Universität mit. Das jetzige Profil solle grundsätzlich bestehen bleiben. Eine Professur für die Institutsleitung werde ausgeschrieben und danach mit der Fakultät und dem Präsidium ein neues Arbeitskonzept entwickelt. Der bisherige Institutsleiter Franz Walter war im Herbst vergangenen Jahres in den vorzeitigen Ruhestand gegangen.

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Linksextremismus ist ein Thema, das die Forschung bisher vernachlässigt hat. Am Institut für Demokratieforschung in Göttingen haben Wissenschaftler jetzt mit einer Studie begonnen. Video (03:26 min)

Forschungsprojekte sorgen bundesweit für Aufsehen

Allein im vergangenen Jahr haben die Göttinger Parteien- und Demokratieforscher 67 wissenschaftliche Arbeiten veröffentlicht. Für bundesweites Aufsehen sorgten sie mit ihren Arbeiten zu rechten Tendenzen in Ostdeutschland und die Haltung der frühen Grünen-Partei zur Pädophilie. Nachdem öffentlich geworden war, dass das Institut mit einem historischen Schwerpunkt geleitet werden soll, hatten sich Göttinger Bundes- und Landtagsabgeordnete im Wissenschaftsministerium und Universitäts-Präsidium für den Erhalt des Instituts in seiner bisherigen Form stark gemacht.

Weitere Informationen

Linksextremismus-Studie schließt Forschungslücke

Wissenschaftler des Göttinger Instituts für Demokratieforschung erarbeiten eine Studie zum Thema "Linke Militanz". Ein Bereich, den die Forschung bisher vernachlässigt hat. (30.11.2017) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 14.03.2018 | 14:30 Uhr

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