Nahaufnahme vom Schriftzug "Kampfmittelräumdienst" auf einem Polizeiwagen. © dpa/picture alliance/Philipp Schulze Foto: Philipp Schulze

80 weitere Bomben-Verdachtspunkte in Göttingen gefunden

Stand: 22.09.2021 16:19 Uhr

Bei Kampfmittelsondierungen in Göttingen haben Experten rund 80 Verdachtspunkte ausgemacht. An diesen Stellen könnten möglicherweise Bomben im Boden liegen, die nicht explodiert sind.

Erst im Januar hatte es in der Stadt eine große Evakuierungsaktion gegeben, bei der insgesamt vier Weltkriegsbomben gesprengt werden mussten. Danach haben Fachleute des Kampfmittelräumdienstes und der Stadt den Boden noch einmal genauer nach möglichen Blindgängern untersucht - und rund 80 weitere verdächtige Punkte gefunden. Bei den Blindgängern, die sich an einigen Stellen in der Erde befinden könnten, handele es sich wahrscheinlich um ähnliche Bombentypen wie die vom Januar, hieß es vom Kampfmittelbeseitigungsdienst.

Zehn verdächtige Stellen an und unter Gebäuden

Laut Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) erstreckt sich das untersuchte Gebiet zwischen dem sogenannten Blümchenviertel und dem Maschmühlenweg. Zehn Verdachtspunkte seien besonders heikel, da sie direkt an oder unter Gebäuden liegen, hieß es. Diese Stellen würden nun als erste genauer untersucht.

Verdachtspunkt direkt an Gasleitung

Zudem wurde den Angaben zufolge an einer Stelle nördlich der großen Sporthalle S-Arena bei Bauarbeiten direkt an der Leine ein verdächtiger Gegenstand gefunden. Dieser Verdachtspunkt kann nach Angaben der Fachleute aber erst einmal nicht genauer untersucht werden. Denn er liegt an einer Gasleitung, die während der Untersuchungen abgedreht werden müsste. Das geht aber nicht, weil die Leitung derzeit gebraucht wird. Deshalb werden laut Stadt rund um um den Verdachtspunkt nun mit Wasser gefüllte Container aufgebaut und der Fundort abgesperrt wird, damit bis zum kommenden Frühjahr nichts passiert. Dann soll die Stelle genauer untersucht werden.

Kosten in Millionenhöhe

Bis alle Verdachtspunkte überprüft und alle Bomben entschärft sind, dauert es laut Stadt und Kampfmittelbeseitigungsdienst voraussichtlich noch mehrere Jahre. Und es wird es voraussichtlich teuer für die Stadt. Die genaue Summe ist noch unklar, nach Angaben des Ersten Stadtrats Christian Schmetz hat aber allein die Entschärfung der vier Weltkriegsbomben im Januar die Stadt Göttingen rund eine Million Euro gekostet.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | 22.09.2021 | 15:00 Uhr

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